Morgens waren wir relativ zeitig wach. Es kam zwar immer ein kühler Wind rein, aber irgendwie war das Auto dennoch warm. Während wir frühstückten zogen immer mehr Wolken auf und so blieb es bei angenehmen 20 Grad.
Nachdem wir alles fertig hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung Grenze. Wir wollen der Republik Moldau nämlich auch noch einen kurzen Besuch abstatten. Es sind auch nur 80 Kilometer, aber durch die Grenzkontrollen wird es wohl wieder länger dauern. Schnell noch online die Mautgebühren für Moldau bezahlt und schon konnte es losgehen.
Die Fahrt ging dieses Mal über größere Straßen mit 1,5 Spuren. Etwas ungewöhnlich, aber so kann man doch zügiger fahren und überholen ist auch einfacher. Am nächsten Parkplatz wurden wir endlich auch unseren angesammelten Müll samt Klo-Feststoff los. Irgendwann mussten wir dann aber abbiegen und es dann leider wieder auf kleinere Straßen mit Waschbetonplatten. Manchmal mit Schlaglöchern in denen ganze Reifen versinken könnten.
An der Grenze standen wir dann leider ziemlich lange. Aus der Gegenrichtung kamen in unregelmäßigen Abständen Autos aber bei uns tat sich ewig gar nichts.
Nach etwa 2 Stunden hatten wir es dann endlich geschafft. Das Auto wurde mehr kontrolliert und registriert als wir :-D.

Unser Ziel war die kleine Stadt Ungheni, die vielleicht 15 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Hinter der Grenze folgten wir daher einer weniger bebauten Straße. Die wenigen Häuser am Straßenrand sahen deutlich runtergekommener aus, als in Rumänien und die vielen Bäume, die es hier plötzlich gibt, sehen schon arg nach Herbst aus…
Kurz darauf erreichten wir nun den Park von Ungheni. Dort gibt es nämlich verschiedene Geocaches :-D. Während wir an der Grenze anstanden, hatten wir noch versucht, einen Rätselcache zu lösen. Einen Teil der Koordinaten hatten wir bereits gefunden, aber der andere wollte sich einfach nicht zeigen. Da der angesteuerte Park endlich mal richtig viel Schatten bietet, nutzten wir die Gelegenheit für ein Päuschen auf einer Bank. Tatsächlich konnten wir dort sogar noch die fehlenden Koordinaten finden und den Rätselcache anschließend gleich aufsuchen und das Logbuch erfolgreich signieren. So konnten wir noch ein weiteres Icon abhaken.

Nur der Parkplatz war leider wieder völlig schattenlos und so fuhren wir ein wenig durch die Nebenstraßen, bis wir an einem Friedhof einen schattigen Platz auf einer Wiese fanden. Dort machten wir dann eine entspannte Mittagspause. Am Grundstück gegenüber war eine Dame schon fleißig mit der Birnenernte beschäftigt. Bei uns wären die noch lange nicht reif… Ein weiteres Indiz, dass der Herbst hier früher eintritt..
Bevor es nun aber wieder zurück geht, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Kaufland :-D. Auch hier gibt es mal wieder exotische Getränke, die probiert werden wollen.
Für das Grenzprozedere zurück brauchten wir dieses Mal „nur“ 1,5 Stunden. Klarer Tipp von uns: Selbst wenn eine Schlange kürzer aussieht als die anderen, sobald dort ein Autotransporter steht, keinesfalls anstellen. Die brauchen bei der Kontrolle nämlich ungefähr so lange, wie 10-15 normale PKW.
Warum wir nicht länger in Moldau geblieben sind? Ganz einfach! Wir hatten nicht erwartet, dass es dort so schön sein könnte und hatten uns keinerlei Offlinekarten besorgt und können dort leider nicht auf EU Roaming zurückgreifen. Unter anderen Umständen wären wir sonst wahrscheinlich sogar Richtung Hauptstadt „Chisinau“ gefahren… Vielleicht mal in einem späteren Urlaub.

Von der Grenze brauchten wir nun noch etwa 30 Minuten mit einem kleinen Stau zu einem möglichen Schlafplatz. Die erste Wahl mitten auf einem Feld war leider wegen fehlendem Allrad nicht möglich. Immerhin gibt es hier in der Gegend wieder ein paar Plätze mehr bei Park4night und so wählten wir stattdessen einen Platz nahe bei einer Kirche.

Wir sind noch nicht ganz angekommen, da hatten sich die Dorfkinder um uns versammelt. 3-5 sehr neugierige und aufdringliche Kinder, die alles gezeigt bekommen wollten und uns unbedingt bei allem helfen wollten. Für uns völlig befremdlich, kannten sie keinerlei Grenzen und wollten unbedingt in unser Auto. Dank der Fliegengittertür konnten wir sie aber raushalten. Dafür sind sie dann beim Rausholen von Tisch und Stühlen schon fast in die Garage geklettert. Sie haben uns dann die Stühle abgenommen und aufgebaut. Irgendwie süß aber auch sehr nervig.
Wir versuchten es so gut wie möglich zu tolerieren und stellten auch den Grill auf. Diese Kinder wissen wie man mit Feuer umzugehen hat! Dafür fanden sie unsere Stühle viel interessanter und spielten mit den verschiedenen Sitzeinstellungen. Als dann unser Essen endlich fertig war, gaben wir ihnen ein wenig Schokolade und schickten sie weg. Wir konnten zwar in Ruhe essen, aber einer von ihnen schob in der Nähe Wache und schwups waren sie nach dem Essen wieder da… Natürlich wollten sie nun mehr Schokolade.
Warum wir nicht einfach drinnen gegessen und geblieben sind? Dafür war es leider mal wieder viel zu warm…
Nach dem Essen haben wir dann nacheinander geduscht. Derjenige, der nicht duschen war, hat den Kindern dann noch einiges am Auto gezeigt. Sie waren wirklich sehr interessiert. Schade, dass die Sprachbarriere einiges unerklärt ließ.
Plötzlich kam noch ein weiteres deutsches Wohnmobil und wir tauschten uns aus. An den anderen hatten die Kinder aber irgendwie kein Interesse und so mussten wir noch ein wenig Schokolade abdrücken, bis sie dann mit der Dunkelheit nach Hause verschwunden sind. Der jüngste von ihnen war übrigens gerade einmal 3 Jahre alt und auch der älteste gerade einmal 9. Bei uns würden Eltern ihre Kinder in dem Alter nicht alleine draußen herumlaufen lassen. Hier klappt es so wunderbar und die Kinder können sich so viel viel besser ausprobieren…
Mit der Dunkelheit kamen auch die Mücken und so hatten wir einen guten Grund rein zu gehen. Alle Verdunklungen zu und hoffen, dass die Kinder nun wirklich weg bleiben. Die Kinder ließen uns tatsächlich in Ruhe, aber die Hunde des gesamten Dorfes gaben nun Vollgas. Au weia, hoffentlich kann ich das heute Nacht ignorieren.