Obwohl wir uns gestern Abend dazu entschieden hatten, die Heizung auszulassen, war es weder nachts noch morgens zu kalt. Richtig gut geschlafen haben wir trotzdem nicht, denn immer wieder hörten wir vorbeifahrende Autos. Ein PKW gesellte sich sogar noch zu uns und am frühen Morgen besuchte uns dann auch noch eine Kuhherde. Sogar die Glocken des Klosters waren bis hier her hörbar. Dennoch war die Entscheidung, hier hoch zu fahren, richtig, denn auf dem anderen Platz wäre es natürlich wesentlich unruhiger gewesen. Als der Wecker endlich klingelte sprangen wir auch gleich aus dem Bett. Immerhin schien die Sonne und es wurde gleich wieder angenehmer.

Nach dem Frühstück nutzen wir noch die Ruhe und putzten die Scheiben und füllten Ad Blue nach, Juckel meckert ja schon ein Weilchen…
Nach ca. 1 Stunde Fahrt erreichten wir mal wieder ein Kaufland und füllten die Vorräte erneut auf. Dieses Mal bezahlten wir Bar denn so viel Geld, wir wie abgehoben hatten, brauchen wir wohl doch nicht… Wir hatten ja ursprünglich mit mehr Übernachtungen auf Campingplätzen gerechnet. Bisher waren wir auf keinem 😂.
Unsere weitere Fahrt führte uns nun ganz nah an der Ukraine vorbei. Zwischendurch trennte uns lediglich ein kleiner Bach. Ein komisches Gefühl, denn außer den Kampfflugzeugen vor ein paar Tagen bekommt man hier (glücklicherweise!) überhaupt Nichts vom aktuellen Krieg mit.

Noch etwas über eine Stunde später kamen wir am fröhlichen Friedhof in Săpânța an. Hier war natürlich wieder alles auf Touristen vorbereitet und der Parkplatz kostete mal wieder stolze 25 Lei. Immerhin für den ganzen Tag und wir dürften hier auch übernachten. Das wollen wir aber glaube ich gar nicht. Immerhin ergatterten wir tatsächlich ein klein wenig Schatten.

Auch der Friedhofsbesuch kostete Geld. 10 Lei pro Person… Hier war die Hölle los und irgendwie ist es makaber dass man Geld bezahlen muss, um dann mit vielen anderen Menschen durch die viel zu schmalen Wege um die Gräber herumzuschleichen.
Noch schlimmer fand ich aber, dass Jemand sogar seine Drohne fliegen ließ und überall Selfies neben den bunten Grabsteinen gemacht wurden. Hier möchte ich keinesfalls beerdigt werden!

Wir schauten uns trotzdem die liebevoll gestalteten Grabkreuze an und schlenderten auch in die wunderschöne Kirche. Zu unserer Überraschung war hier sogar das Fotografieren erlaubt.
Nachdem wir alles gesehen hatten und uns die Sonne wieder ordentlich schwitzen ließ, schlenderten wir noch durch die Souvenirstände. Auch hier wieder nur Schrott. Immerhin ergatterten wir noch einen ganz frisch zubereiteten Baumstriezel mit Kakaopulver Garnitur.

Im Schatten setzten wir uns zu Juckel und machten eine kleine Essenspause. Dabei schauten wir nach möglichen Wasserquellen… In ca. 30 Minuten soll eine auf dem Weg liegen, klingt ja erstmal ganz gut…
Wir setzten uns wieder in Bewegung und erreichten die ausgesuchte Quelle. Hier erwartete uns allerdings nur ein sehr klägliches Rinnsal. So kriegen wir den Kanister nie voll und wir steuerten direkt zur nächsten Quelle. Laut App ist das Wasser dort allerdings sehr dreckig und auch wir hatten kein wirklich gutes Gefühl. Nachdem wir uns bereits einmal in diesem Urlaub den Magen verdorben hatten, wollten wir kein neues Risiko eingehen und schauten im weiteren Umkreis.
Etwa 20 Minuten abseits der Route, immerhin bei einem potenziellen Schlafplatz mit Schatten, fanden wir eine dritte Quelle.
Die Straße war wieder abenteuerlich und der einzige gute Schattenplatz war von einer Großfamilie mit Zelt belegt. Immerhin war an der nahen Quelle nix los. Auch hier war kein starker Wasserfluss aber wir setzen uns im Schatten daneben und ließen geduldig 3 Kanister befüllen. Jetzt sollten wir für 1-2 Tage Ruhe haben.
Ein weiterer möglicher Schatten-Spot war noch über eine Stunde entfernt. Eigentlich hatten wir keine Lust mehr zu fahren aber bei 30 Grad bleibt nicht viel übrig. So ging es mal wieder über Waschbetonplatten und fiese Bahnübergänge immer weiter. Zu meiner Überraschung schaffte ich es trotz der schlechten Beschaffenheit während der Fahrt etwas zu schlafen. Die ewigen Temperaturunterschiede machen mich einfach fertig…
Am Platz angekommen war zwar eine große Gruppe dabei, eine Suppe auf viel zu großem Feuer zu kochen aber da das Areal am Fluss weitläufiger ist, fanden wir noch abseits ein gutes Fleckchen. Juckel auf Keile und dann fix die Stühle raus. Endlich entspannen… Die Truppe drehte die Musik etwas lauter aber davon ließen wir uns nicht stören und auch die drei vorbeilaufenden Hunde hatten nicht wirklich Interesse an uns. Zum Glück!!!
Gegen 19 Uhr schmissen wir dann noch den Grill an und genossen ein leckeres Abendessen im Freien. Dabei stellten wir dann fest, dass hier auch eine gute Wasserquelle existiert, denn immer wieder kamen Autos und füllten ihre Behältnisse. Auch die vorbei fahrenden Autos konnten uns nun nicht mehr aus der Ruhe bringen, denn wir hatten Schatten und alles andere war dabei einfach nur noch Nebensache!

Als die Sonne weniger wurde, ging es unter die Dusche. Mit dem Sonnenuntergang wurde es dann auch recht fix angenehmer und Juckel kühlte sich bald runter.. nur Draußen sitzen machte keinen Sinn mehr, weil es einfach zu viele Mücken gab. Leider habe ich auf der Flucht rein in Juckel eine mitgenommen und habe jetzt habe ich auf der rechten Wange mindestens drei Stiche. Ätzend.
Während sich die eine Truppe zur Abreise bereit machte kam eine andere Jugendgruppe, die es sich nun genau neben unserem Auto in dem kleinen Holzunterstand gemütlich machte. Das ewige Gequatsche nervt ein wenig, aber wenigstens haben sie die laute Musik nach weniger als einer Minute wieder ausgeschaltet.
Später entdeckten wir noch eine klasse Sternschnuppe, die sich in Zeitlupe dem Boden näherte. So intensiv habe ich noch keine Sternschnuppe gesehen…
Je später es wurde, desto weniger Autos fahren zur Quelle oder an uns vorbei. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass sich die Gruppe neben uns verabschiedet und als wenn sie meinen Wunsch erhört hätten, machten sie sich gegen Mitternacht auf und davon. So können wir gleich hoffentlich entspannt schlafen.