Dank der geschlossenen Fenster haben wir diese Nacht nicht gefroren. Richtig gut geschlafen haben wir aber trotzdem nicht. Irgendwie ist es immer wieder blöd, wenn ein schöner Urlaub zu Ende geht :-(.
Beim Frühstück bekamen wir dann noch einmal Besuch von den Schafen. Dieses Mal nahmen wir sogar drei Hütehunde war, die allerdings total tiefenentspannt waren. In den Urlaubsvorbereitungen hatten wir immer wieder gelesen, dass man sich gerade vor diesen in Acht nehmen muss. Jetzt, nach 3 Wochen können wir sicher sagen, dass wir keine unangenehme Begegnung hatten :-).
Wir verräumten alles artig und machten uns auf den Weg nach Eisenmarkt/ Hunedoara. Hier wollten wir ja eigentlich ganz zu Beginn unseres Urlaubs hin. Die Entscheidung, es zu verschieben, war goldrichtig, denn statt der 40 Grad waren es heute angenehme 25 Grad.
Als wir dort nach einer kurzen Fahrt ankamen, war es noch immer recht früh, sodass es keine Probleme gab, einen freien Parkplatz zu finden. Natürlich musste auch dieser bezahlt werden und als der Parkwächter den Preis sogar in Euro nannte, war klar, dass wir schon recht nah an der Grenze sind :-(.

Nachdem wir die 5 Euro bezahlt hatten, liefen wir mitten durch eine Baustelle zum Burgtor. Vorher gab es noch eine kleine Handvoll Souvenirgeschäfte, die noch gar nicht so richtig geöffnet waren. Demnach mussten wir auch an der Burg überhaupt nicht anstehen und konnten direkt rein.

Im Vergleich zu Bran war es hier viel viel ruhiger und wir konnten den Rundgang genießen. Die Nummerierung der Räume war an ein paar Stellen allerdings ein wenig verwirrend. Gleich zu Beginn gab es wieder einmal die Folterkammer zu sehen. An diese grässlichen Instrumente werde ich mich wohl nie gewöhnen. Ein Glück, dass es die Folter in vielen Ländern nicht mehr gibt!
Anders als in Bran war auch, dass die Räume alle englische Infotafeln aufwiesen und man per App sogar einen deutschen Audioguide kostenfrei erhalten kann.
So erfährt man zum Beispiel, dass diese Burg als „die echte Burg Draculas“ gehandelt wird. Aber auch das ist wieder nicht richtig, denn sie gehörte Vlad III. Draculea nie. Stattdessen hat er bei dem damaligen Besitzer und König Ungarns Matthias Corvinus zunächst Schutz gesucht. Als er dann später von genau diesem wegen eines vermeintlichen Verrats inhaftiert wurde, besuchte er vermutlich zunächst das Verließ hier, ehe er die restlichen 12 Jahre auf Burg Visegrád im Verließ verblieb.

Außerdem kommt man im Innenhof an einem 28 m tiefen Burgbrunnen vorbei. Einer Legende nach soll er von drei türkischen Gefangenen gegraben worden sein. Ihnen wurde versprochen, wenn sie so lange grüben, bis sie Wasser erreichen, ließe man sie frei. Nach 15 Jahren stießen sie wirklich auf Wasser. Allerdings hatte die Burg währenddessen ihren Besitzer gewechselt, sodass ihnen die Freiheit nicht gegeben wurde. Wütend und enttäuscht ritzten sie daher „Ihr habt vielleicht Wasser, aber kaum Gefühle“ in die Burgwand.

Nachdem wir unseren Rundgang, der mal wieder teils viele steile Stufen beinhaltet hatte, beendeten, ging es zurück zu Juckel. Inzwischen waren sogar die Souvenirstände auf. Auch hier gab es leider keinen Baumstriezel mehr. Dafür war eine kleine Katze mitten im Souvenirladen der absolute Touristenmagnet.
Wir verabschiedeten uns von der letzten rumänischen Sehenswürdigkeit und fuhren weitere 170 Kilometer nach Westen. In der größeren Stadt Arad machten wir noch einmal einen Zwischenstopp am Kaufland. Mit dem letzten Geld kauften wir noch ein paar frische Lebensmittel und rumänisches Bier für die Daheimgebliebenen. Anders als bisher hatte das Kaufland aber eher weniger zu bieten, sodass wir auch noch in den benachbarten Lidl mussten. So dauerte das Ganze irgendwie länger als geplant und Juckel wurde wieder wärmer und wärmer. Kein Wunder, denn die Außentemperatur lag mal wieder bei 35 Grad…Warum haben wir uns nach 3 Wochen eigentlich noch immer nicht damit abgefunden?
Bis zur Grenze bei Nadlac war es nun nur noch eine knappe halbe Stunde. Google möchte mal wieder von der Autobahn abfahren, was uns ein wenig irritierte. Als wir dann an der Stelle ankamen, war auch klar warum. Die Autobahn ist noch gar nicht fertig. Langsam wird es hier echt mysteriös… wie kann man eine Autobahn nicht an der Grenze anfangen und bis hinten weiter bauen sondern baut ein Stück an der Grenze, lässt dann ewig über Landstraßen fahren und erst bei der nächsten größeren Stadt wird die Autobahn weiter geführt?
Egal, wir schlängelten uns mal wieder mit vielen anderen Autos und LKWs durch kleine Orte und hatten noch einmal die Gelegenheit, an den Straßenständen einzukaufen.
Als wir dann zurück auf die Autobahn konnten, kam auch gleich die Grenze. Dieses Mal wählten wir auf Anhieb die richtige Spur und mussten uns nahezu beeilen, das „Grenzeis“ zu essen, ehe wir an den Schaltern aussteigen mussten.
Der Zöllner wollte dieses Mal die Seitentür öffnen. Garage und Bad waren egal. Hätten wir den weißen Hund doch schmuggeln können? NEE! Uns hätte man das schon an der Nasenspitze angesehen und ob sich der Hund bei uns wohlgefühlt hätte, bleibt für immer ungewiss…
Tschüss Rumänien! Wir kommen bestimmt noch mal wieder!
Bis zum späten Nachmittag fuhren wir nun ganz entspannt durch Ungarn. Dieses Mal gab es auch keinen Stau, bei dem wir auf der Autobahn hätten wenden müssen :-D.

Kurz vor der Grenze zur Slowakei suchten wir uns dann nahe der Stadt Gyor einen schönen Schlafplatz an der Donau aus. Als wir dort ankamen, war schon ein schwedischer Van da. Es gab aber noch genug Platz und wir machten es uns im Schatten gemütlich. Leider dauerte es nicht lange, bis es schlagartig voller wurde. Scheinbar machen die Einheimischen hier gerne Feierabendausflüge her… Schwimmer, Angler und ein paar Bootsfahrer… So hatte sich die Idee mit dem Grillen schnell erledigt. Gut, dass wir frisches Hackfleisch gekauft hatten. So konnten wir dann im Van kochen. Den Schweden wurde es wohl auch zu viel, denn sie packten fix ihren Wäscheständer ein und fuhren von dannen.
Draußen sitzen war zu ungemütlich, denn hier wimmelte es mal wieder von Mücken. Wahrscheinlich verschwanden die Einheimischen deshalb ebenfalls nach kurzer Zeit. Als es dann dunkel wurde, kamen die Schweden wieder zurück.
Wir sahen noch ein paar Flusskreuzfahrtschiffe, die ganz schöne Wellen erzeugten und ließen uns von denen dann bald in den Schlaf wiegen. Leider fehlte es an Wind, sodass es im Auto wieder einmal recht warm blieb…