Schon lange beschäftigen wir uns mit dem Thema „Trockentrenntoilette“, um einfacher autark stehen zu können und die Umwelt weniger zu belasten. Für uns kommen zwei mögliche Toilettensysteme in Frage: Die Biotoi-Komposttoilette, die durch ein Rührwerk die Feuchtigkeit noch besser bewältigt und alles durchmischt oder die Perfect-Van Toilette, die 1:1 gegen die bisher verbaute Thetford Toilette getauscht werden kann. Aus Zeitgründen haben wir die Entscheidung immer wieder vertagt. Es gibt einfach keine Händler in der Nähe, die beide Toiletten vorrätig haben, um sie sich mal in Natura anzusehen und bis zur nächsten Messe ist es noch ganz schön lange hin…
Der geplante Rumänien-Urlaub rückt immer näher und gerade dort haben wir die Befürchtung, dass die Entsorgung der Chemietoilette (die wir allerdings nur mit biologisch abbaubarem „Solbio“ nutzen), sehr sehr schwierig wird.
1,3 Wochen vor dem Urlaub ergab sich nun eine günstige Gelegenheit, im Münsterland bei zwei verschiedenen Händlern vorbeizuschauen, um beide Toiletten in Natura zu sehen. Vielen Dank noch einmal für die Chance!
Zunächst schauten wir uns die Perfect-Van an. Der Sitz ist gemütlich und der Einbau scheint auf den ersten Blick relativ simpel, da sie 1:1 getauscht werden kann. Allerdings stört mich hier ein wenig, dass Klappbrett, welches den Feststoffbehälter bei schlechten Zielversuchen vor Urin schützt. Hier befürchte ich einfach, dass er immer voll Urin ist und dadurch schnell gammeln würde. Dennoch ließen wir uns ein grobes Angebot nennen. Ein Einbau käme leider eh erst nach dem Urlaub in Frage. Der Händler hat gut zu tun…
Als wir dann aber beim 2. Händler die Biotoi probesitzen durften, war die Entscheidung bereits gefallen :-D. Ich fand sie sooo unbequem. Hinzu kommt, dass der Einbau definitiv aufwendiger wäre, damit alles wirklich abgedichtet wird und keine Löcher bleiben, durch die speziell beim Duschen fröhlich das Wasser ins Fahrzeuginnere läuft. Im Austausch mit diesem Händler (der beide Toiletten einbaut), wurde uns ebenfalls zur Perfect Van geraten. Aber auch er könnte uns erst nach dem Urlaub einen Termin geben.
Grrr! Jetzt haben wir uns endlich entschieden und müssen den Urlaub dennoch nervenaufreibend mit der Chemietoilette verbringen? Das kann doch nicht wahr sein… Im Netz wird die Toilette immer wieder empfohlen und es gibt zig Videos, wie sie eigenständig montiert wird. Nachdem wir uns mehrere Videos angesehen haben, können wir uns den Einbau in Eigenregie gut vorstellen. Allerdings ist die Lieferzeit zu knapp. Doppel-Grr.
Zufällig entdeckten wir dann noch einen Händler, der sie bei Ebay verkauft und gar nicht soweit von uns weg ist. Freitagmorgen riefen wir gleich an. Die Dame am Telefon wollte nachschauen, ob es genau die richtige ist (scheinbar gibt es 2 unterschiedliche Modelle, je nach Thetford-Serie) und auch nach den zusätzlichen Lüfter und Elektronikkids schauen… Die Stunden vergingen und wir bekamen keine Rückmeldung. Gegen Mittag riefen wir erneut an (ja, in Anbetracht der kurzen Zeit zum Urlaub waren wir ungeduldig). Sie versprach, dass die Aufgabe noch auf ihrer Liste stehen würde und sie sich meldet… Tja, bis zum Feierabend haben wir dann leider vergeblich auf den Anruf gewartet.
Das Wochenende verging, an dem wir uns ärgerten, dass wir bei bestem Wetter hätten in aller Ruhe basteln können. Zudem war klar, dass damit erneut ein Liefertag verstreicht…
Montagmorgen riefen wir dann erneut bei dem Händler an. Dieses Mal konnte man uns wenigstens sagen, dass die Toilette vorrätig ist, die beiden Kits vermutlich aber nicht. Wir bestellten sie dann fix beim Hersteller direkt, in der Hoffnung, dass sie bis Mittwoch ankommen. Am Nachmittag fuhren wir dann zumindest schon einmal die Toilette abholen.

Mit dem passenden Werkzeug ausgestattet ging es dann zu unserem Stellplatz, wo wir mit dem Ausbau der alten Toilette begannen. Im Gegensatz zu vielen anderen hatten wir dabei keinerlei Probleme. Selbst die Schlauchschellen waren gar nicht extrafest. Juhuu! Schritt 1 wäre damit geschafft. Wir stellten jedoch fest, dass die alte Toilette auch nicht so ganz dicht eingebaut war, denn auf dem darunterliegenden Holzbrett konnten wir Wasserflecken ausmachen. Na klasse!

Nachdem alles schön gereinigt war, begannen wir nun mit dem Einbau. Leider hat Weinsberg zu Beginn des Kassettenfachs ein extra Holzbrett eingebaut, was zu leichten Komplikationen führte. Mit dem Cuttermesser und viel Geduld konnten wir dem ganzen dann aber an den Kragen gehen. Außerdem soll man die vorgebohrten Löcher nutzen… welche Löcher? Zum Glück sind wir in der Lage selbst zu bohren. Dadurch musste nur alles akkribisch ausgerichtet werden, was unnötig viel Zeit gekostet hat.

Nach knapp 4 Stunden waren wir mit diesem wichtigen ersten Teil fertig. Falls die restlichen Dinge nicht mehr rechtzeitig ankommen, können wir die Toilette so auf jeden fall schon mal nutzen, müssen ggf. mit etwas mehr Geruch und Feuchtigkeit rechnen. Schauen wir mal, vielleicht haben wir ja auch Glück.
Mittwoch kam dann die erlösende Info, dass das Paket heute ankommt. Mit der Urlaubsplanung lagen wir an sich günstig im Zeit Management, sodass wir ein großes Zeitfenster für den weiteren Einbau übrig hatten. André hatte allerdings noch eine Idee für die Außendusche und brauchte dafür einen speziellen Absperrhahn. Genau dieser war natürlich bei den Händlern in der Umgebung ausverkauft. Letztendlich sind wir im Baumarkt dann mit einer passenden Alternative erfolgreich gewesen.
Auch der 2. Teil des Umbaus erforderte noch einmal viel viel mehr Zeit, als geplant. Es fing nämlich schon mit der Kontrolleinheit für den Lüfter an. Eigentlich ist sie genau passend für den ehemaligen Wasserauslöser. Nur, dass bei uns das Loch in der Wand viel zu klein ist. In stundenlangem Feilen (wir haben leider keine elektrische Pfeile), bekamen wir das Loch endlich groß genug. Das Anschließen der Kabel war dagegen ein Kinderspiel.
Zuletzt kam der schmerzlichste Teil: Wir müssen ein 3,5 cm großes Loch in die Außenklappe unseres Juckels bohren. So richtig schön, ins Metall, damit der Lüfterschlauch einen passenden Ausgang bekommt.

Mit dem passenden Werkzeug war der Vorgang an sich kein Problem, aber man ist schon ziemlich unsicher, wenn man solch einen nicht-rückgängig-machbar-Schritt angeht. Alles lief gut und wir dichteten die „Naht“ mit Antirost-Spray und Tape zusätzlich ab.
Erneut nach fast 3,5 Stunden war dann auch der Lüfter samt Beleuchtung montiert und die Toilette komplett eingebaut. Jetzt bleibt es noch 2 Tage bis zum Start der Reise spannend, ob wir mit der neuen Technik wirklich klar kommen…

Donnerstag war ich dann noch fix im Tedi um eine handliche Dose samt passendem Löffel für das Bad und eine große Vorratskiste für die Garage zu besorgen. Ab jetzt spülen wir nämlich nicht mehr mit Wasser, sondern streuen immer „Erde“, wenn einer sein großes Geschäft verrichtet. Ich sag euch, ich bin echt auf Morgen gespannt :-D.
Neben all dem Einbau wurde natürlich auch fleißig eingekauft und gepackt… Immerhin konnten wir bei jeder Fahrt zum Stellplatz schon einiges mitnehmen, sodass der größte Teil ausnahmsweise wirklich schon fertig ist.