In dieser Nacht hat es dann sogar geregnet. Glücklicherweise nicht allzu stark und so schliefen wir rasch weiter. Morgens hörten wir dann aber doch sehr viele Autos, die im angrenzenden Gewerbegebiet zur Arbeit wollten, sodass wir gegen 8 Uhr aufgestanden sind. Schlafen machte bei dem Krach einfach keinen Sinn :-(.
Allerdings hatten wir für heute keinen wirklichen Plan. Stumpf immer weiter nach Norden zu fahren macht bei der aktuellen Wettervorhersage einfach keinen Sinn und die E6 ist einfach nur nervig und teuer… Laut verschiedener Wetterapps müssen wir deutlich mehr nach Osten, um wolkenlosen Himmel zu bekommen und so wählten wir Umea in Schweden als Ziel für unser Navi aus. Mit über 7 Stunden Fahrt werden wir dort natürlich nicht ankommen. Unterwegs können wir dann aber besser planen, denn je später der Tag desto genauer die Wettervorhersage… Zumindest in der Theorie…
Wir verlassen die E6 und das Fahren auf der E14 wird gleich viel entspannter. Gleichbleibend 80, wesentlich weniger Kurven und kaum Autos. Mitten im Elchland, also immer schön die Augen aufhalten…

Gesehen haben wir keine Elche, aber bereits nach 1,5 Stunden erreichten wir Schweden über einen völlig unspektakulären und nahezu verwaisten Grenzübergang. Kurz danach beginnt eine neue Hochebene mit etwas Schnee. Wäre das Wetter hier am Abend besser, wäre es ein toller Spot. Wir machen daher einige Fotopausen und beschäftigen uns mit einer genaueren Planung: Heute fahren wir maximal bis Sollefteå. Dort müsste der Himmel schon recht frei sein und es sind nur noch knapp 4 Stunden Fahrt. Immer noch viel aber schon deutlich besser…
Nach einer weiteren Stunde Fahrt kommt ein Hinweisschild auf einen großen Wasserfall und wir wollen spontan hin und uns die Beine ein wenig vertreten. Das nächste Schild sagt dann aber, dass er geschlossen wäre. Hä? Wieder in einem Park mit Eintritt? Wir fahren die paar Kilometer Umweg trotzdem und schauen es uns an.
Gerade geparkt und gesehen dass wir zum Wasserfall hinkommen aber alle Geschäfte vor Ort geschlossen sind, hält ein deutscher Bulli neben uns. Gemeinsam mit dem Pärchen laufen wir zum Tännforsen-Wasserfall, dem angeblich größten Wasserfall Schwedens. Wenn man Wikipedia glauben darf, ist es tatäschlich einer der mächtigsten Wasserfälle Schwedens und Europas größter Seewasserfall.

Auf dem kurzen Fußmarsch tauschen wir Pläne und Erfahrungen mit dem Pärchen aus. Natürlich wollen auch sie unbedingt Polarlichter sehen, hatten aber bisher noch kein Glück. Uns geht es da mit einer Sichtung also schon mal besser! Der Wasserfall ist imposant und laut. Von mehreren Spots kann man gute Fotos machen. Und vor allem, wir sind quasi alleine. Herrlich!!!
Nach einer schönen Runde die nach all dem Sitzen einfach gut tat, ging es dann weiter… Anschließend kommen wir bei Åre durch ein großes Skigebiet, wo allerdings noch keinerlei Schnee liegt und seit heute auch keine Lifte mehr hinauf fahren. Gestern sind sie wohl noch gefahren. Wir befinden uns also offiziell in der Zwischensaison.
Nach etwa 1,5 Stunden wird es mal wieder Zeit für eine Pause und wir machen fix ne Kleinigkeit zu essen. Hierzu wählten wir eine freien Parkstreifen mit direktem Blick zum Fjord. Nur die vorbeifahrenden Autos und LKWs nerven. Als wir dann weiter fahren, merken wir, dass es kurz dahinter einen offiziellen und deutlich ruhigeren Parkplatz gegeben hätte… War ja klar, erst kommt ewig Nichts und dann verpassen wir die gute Stelle und stehen mitten an der Straße. Sei es drum, das Essen hat trotzdem geschmeckt ;-).
Auf der weiteren Fahrt von ca. 2 Stunden erreichen wir dann tatsächlich eine Baustelle und vor uns den Deppen, der an der grünen Ampel keinen Gang rein bekommt und die Ampel wieder rot werden lässt… Das hat uns ganze 8 Minuten gekostet…
Allmählich wird es Zeit nach möglichen Schlafplätzen zu schauen. Mhh, so richtig Knaller ist es in dem wolkenfreien Gebiet nicht. Entweder fehlt der freie Blick nach Norden, es liegt zu nah an der lauten Straße oder einem hellen Ort. Egal, ein wenig Strecke haben wir ja noch vor uns. Manchmal hilft es, einfach zu einem späteren Zeitpunkt mit ein wenig abgespeckten Ansprüchen erneut zu suchen ;-).

Nachdem wir wieder einiges an Strecke geschafft hatten, machten wir eine weitere Pause an einem See gemacht. Dabei entscheiden wir, unabhängig von Park4night auf der anderen Seeseite nach möglichen Plätzen zu gucken und werden sogar fündig. Als Anhaltspunkt gilt der „Ort“ Höglunda. Hier fahren zwar auch Autos, aber nachdem der Feierabend Verkehr vorbei ist, kamen nur noch ganze 3 Autos. So lässt es sich aushalten.
Inzwischen verschwinden auch die Wolken und wir hoffen, gleich Polarlichter zu sehen. Noch ist es leider zu hell. Hoffentlich bleiben die nächsten Wolken noch lange weg…

Als es dann endlich dunkel genug wurde, ist unser Plan mit dem wolkenlosen Himmel tatsächlich aufgegangen. Allerdings befindet sich nördlich von uns ein kleiner Berg, der uns die Sicht auf die grünen Polarlichter nimmt. Nur ein kleines Stück lassen sich die helleren Beams in dem grünen Band ausmachen. Sind wir also doch noch zu weit im Süden? Langsam zweifeln wir an unserem Vorhaben ein wenig…

Immerhin konnten wir hier die Milchstraße total gut fotografieren. Ein hoch auf Orte ohne Lichtverschmutzung! Anschließend ging es dann allerdings doch wieder relativ zeitig ins Bett, die langen Fahrtage sind ziemlich anstrengend…