Der ruhige und entspannte Abend gestern tat uns definitiv gut und so fühlten wir uns heute beim Wecker klingeln wieder deutlich erholter. Nur das prasselnde Geräusch vom Regen auf dem Dach könnte gerne mal aufhören.
Wir frühstückten erst einmal in Ruhe und eigentlich war der Plan, hier heute noch die Drohne steigen zu lassen. Gestern Abend ist es wieder urplötzlich dunkel geworden :-D. By the way… bis zu diesem Urlaub dachte ich, dass es im Norden, vor allem über dem Polarkreis viel früher dunkel und viel später hellwerden würde. Schließlich dauert es nicht mehr so lange, bis die Sonne dort für eine gewisse Zeit gar nicht mehr über den Horizont steigt. In diesem Urlaub habe ich allerdings gelernt, dass die Annahme falsch ist. Hier wird es tatsächlich später dunkel und früher hell als bei uns. Warum kann ich mir allerdings noch immer nicht erklären.
Jedenfalls wurde es regenbedingt nichts mit der Drohnenrunde und so ging es nach dem Abwasch gleich wieder los. Da wir keine wirklichen Ziele mehr hatten, programmierten wir Trelleborg ins Navi. Mehr als 13 Stunden und über 1100 Kilometer sind ganz schön demotivierend…

Allerdings waren wir gerade einmal ein gutes Stündchen unterwegs, als wir tatsächlich mal wieder einen Elch abseits der Straße sichteten. Zum Glück ist hier auf den Straßen wenig los, sodass wir mit Warnblinklicht anhalten konnten, um erste Fotos zu machen. Manchmal ist es gut, dass Elche so feine Ohren haben, denn er hörte gleich auf zu Fressen und schaute genau zu uns herüber. Da wir aber das kleine Objektiv auf der Kamera hatten, war ich mit den Bildern nicht komplett zufrieden und André suchte sich kurzerhand eine bessere Parkmöglichkeit, wechselte das Objektiv und stapfte auf den Elch zu. Das war diesem dann aber doch nicht geheuer und er suchte leider fix das Weite :-(.

Mit dieser Elchsichtung waren wir natürlich mal wieder angefixt und konzentrierten uns die nächsten 100 Kilometer gleich noch mehr auf die Wiesen und Felder neben der Straße. Leider ohne weiteren Erfolg. Dafür kam uns aber (mal wieder) ein Fahrzeug entgegen, was gerade dabei war, die Schneestecken am Straßenrand zu positionieren. Ob der Job angenehmer ist als meiner :-D?

Irgendwann kamen wir zu einem größeren Rastplatz mit Mülleimern, die wir dringend nutzen wollten. Da der Rastplatz wunderschön an einem See gelegen war, nutzten wir die Chance auch gleich, noch ein paar nette bzw. mystische Herbstfotos zu machen. Der tiefhängende Nebel hat zwischendurch auch mal was. Dauerhaft macht er mich dann allerdings eher depressiv…
Gegen Mittag erreichten wir dann nach 5 Stunden Fahrt mit Mora mal wieder eine größere Stadt. Für uns aus dem Ruhrgebiet absolut unvorstellbar, dass es auf so einer langen Strecke immer nur kleine Orte mit sehr spärlichen Einkaufsmöglichkeiten gibt. Kein Wunder, dass die Einheimischen auf den weiten Landstraßen so entspannt fahren… Sie kennen es einfach nicht anders…
Jedenfalls steuerten wir zunächst ein etwas außerhalb liegendes Geschäftszentrum an. Hier gab es verschiedene große Fachmärkte und ein Stadium Outlet für Anziehsachen. Ein letztes Mal wollte ich mein Glück mit einer Skihose versuchen, wobei der Ehrgeiz am Ende des Urlaubs bei fast 10 Grad eher mäßig war. Zum Glück, denn die Norweger haben scheinbar andere Maße als ich… Selbst bei einer XXL Hose hatte ich das Gefühl, sie kaum zu zubekommen. Während André verschiedene Jogginghosen testete, probierte ich dann mal eine Männerhose. Viel besser :-D. Allerdings auch nicht optimal und daher verkniff ich mir den Kauf für knappe 60 Euro lieber. Dann doch besser warten und vor einer erneuten Schneereise lieber bei uns das Internet durchforsten…
Anschließend gingen wir noch in 2 uns unbekannte Läden. Der ÖOB entpuppte sich als ein Allrounder, ähnlich wie bei uns der Tedox. Außer neuem Spülmittel kauften wir nichts, denn auch hier waren sie mit dem Aufbau der Weihnachtsdeko noch nicht wirklich weit. Im nahen Rusta, der ähnlich vom Sortiment war, gab es dann immerhin deutlich mehr Süßigkeiten und wir füllten unsere Vorräte mit Lakritz-Schädeln und Ballerina-Keksen auf. Hier war auch mehr Weihnachtsdeko, aber der kaltweiß beleuchtete Elch konnte uns nicht wirklich überzeugen. Für unser letztes Mal Stockbrot grillen, was wir heute Abend hoffentlich machen können, fehlt uns noch Feuerholz. Hier hätten wir jedoch gleich 3 Säcke kaufen müssen, damit der Preis halbwegs passt und da wir nicht so viel brauchen, ließen wir es dann lieber ganz.
Um unsere Lebensmittelvorräte richtig zu füllen, fuhren wir daher noch etwas weiter zum ICA Superstore. Endlich mal wieder ein Supermarkt mit größerem Sortiment. Wenn ich allerdings die Joghurt-Abteilung mit der unseren vergleiche, bei Weitem nicht so gut und auch bei Cornflakes ist die Auswahl ziemlich mager. Naja, 2 Tage können wir mit dem, was es hier gibt, überbrücken und dann sind wir ja wieder in Deutschland. Einer der wenigen Gründe, weshalb wir uns ein ganz klein wenig freuen…
Als wir dann nach fast 2 Stunden mit unserer ganzen Einkaufstour in Mora fertig waren, hatten wir schon gar keine Lust mehr auf die kleine Fußgängerzone. Der Dauerregen, der inzwischen zumindest weniger geworden ist, tat sein übriges dazu und so setzten wir uns lieber wieder hinters Steuer und fuhren weiter gen Süden.

Die Fahrt aus Mora raus war ungewohnt anstrengend. Auf Grund einer Baustelle ist hier nämlich gerade die E45 gesperrt, sodass alle Autos durch den Ort umgeleitet werden. In weiser Voraussicht vertrauten wir lieber den Umleitungsschildern, denn Google hätte uns mal wieder direkt vor die gesperrte Straße geführt. So ging es im Schneckentempo von einem Kreisverkehr zum nächsten und wir waren sehr froh, als wir die Baustelle endlich umfahren hatten.
Auf der E45 zurück konnte ich mich dann auch endlich mit der Auswahl eines Übernachtungsspots befassen, denn für heute hatten wir noch einmal bestimmte Ansprüche. Wir wollten nämlich ein letztes Mal Grillen und den Stockbrotteig auf einem schönen Lagerfeuer rösten.
Ca. 1 Stunde entfernt im kleinen Ort Malung wurde ich fündig. Direkt am Fluss und abseits der E45 ist ein hergerichteter Picknickplatz mit mehreren Feuerstellen. Da um eine Spende gebeten wird, hofften wir, dass dort noch ein paar Reste Feuerholz bereit liegen.
Es war schon relativ spät als wir den Platz erreichen. Mitten drauf hatte es sich ein holländisches Paar in einem kleinen VW Bulli bereits gemütlich gemacht. Na klasse, hier gibt es doch so viele Nischen, warum mitten drauf? Damit sich andere nicht dazu stellen? Wir parkten erstmal direkt daneben und sondierten die Lage. Die Grill- und Feuerstelle ist sogar überdacht und bietet trockene Sitzgelegenheiten, bei dem Wetter also genau das Richtige. Es fehlt nur das Feuerholz :-(.
Wir durchforsteten den Ort bei GoogleMaps und steuerten fix noch einen Baumarkt an, ehe der gleich schließt. Doch leider konnten wir kein Feuerholz entdecken. Der andere Baumarkt schließt in 5 Minuten, das schaffen wir also auch nicht. Bleibt nur noch die Tankstelle…
Juhuu! Wir waren erfolgreich. Entgegen unserer Erwartungen war auch hier das Feuerholz ziemlich teuer (die haben doch eigentlich genug davon?!), was uns vom Kauf eines Sacks aber nicht abhielt.
Noch mit dem letzten Tageslicht fuhren wir zurück auf den Platz zu den Holländern. Hehe, die hatten sich bestimmt gefreut, dass wir wieder verschwunden sind und nun müssen sie uns doch ertragen :-D.

Unter dem Holzdach bauten wir schnell ein Feuer auf und begannen direkt mit dem Stockbrot. Klar, wir hatten heute noch nicht allzu viel gegessen, kein Wunder, dass sich der Hunger ziemlich stark meldete.
Die Holländer blieben übrigens konsequent in ihrem Bulli und beobachteten genau, was wir machen… Selbst schuld, wir haben genug und hätten sogar teilen können….
Nachdem jeder 3 Brote gegrillt hat, legten wir auch unsere Würstchen auf das Rost. So sparen wir uns praktischerweise das Spülen des Grills.

Mit gefülltem Magen verkrochen wir uns dann zurück ins Warme. Die Feuerstelle ist einfach sehr hoch, sodass die Beine keine Wärme abbekamen und das nasskalte Wetter ist viel schlimmer als es die Minusgrade waren…
In Juckel wurde dann noch das Geschirr gespült und nachdem der Himmel weiterhin sehr bedeckt blieb, folgte wieder ein sehr entspannter Abend.