Die letzte Nacht in Schweden war leider alles andere als entspannt. Der kräftige Wind rüttelte nämlich ganz schön an Juckel und wahrscheinlich hatten wir auch ein wenig Sorge, den Wecker zu verschlafen…
Natürlich haben wir ihn nicht überhört, waren aber noch mächtig zerknautscht, sodass an Frühstücken nicht zu denken war. Kurzerhand räumten wir alles fix zur Seite und fuhren die halbe Stunde zum Hafen. Na, dann hätten wir auch einfach länger schlafen können…
Mit der aufgehenden Sonne ging es im leichten Berufsverkehr über teils sehr schmale Straßen nach Trelleborg zum Hafen. Dort angekommen klappte das Einchecken mal wieder wie am Schnürchen und wir parkten uns in die vorgegebene, schon gut gefüllte Reihe.
Nun konnten wir endlich in Ruhe frühstücken, was uns neidvolle Blicke aus dem Auto neben uns einbrachte :-D. Anschließend ging es noch auf eine kleine Foto-Tour durch den Hafen. Jetzt sollte das Boarding bald beginnen…

Von wegen… es dauerte und dauerte und irgendwann legte ich mich sogar wieder hinten ins Bett. Schlafen konnte ich zwar vor Anspannung nicht, aber wenigstens ein wenig weiter ausruhen.
Mit deutlicher Verspätung wurden wir dann endlich auf’s Schiff gelotst. Neben uns parkte dann gleich ein Wohnmobil mit einem großen Puffinbild am Heck. Ich liebe die Tiere einfach :-). Anders als auf der Hinfahrt hatten wir dieses Mal kein Dach über Juckel, mal schauen, ob wir dadurch vielleicht sogar ein wenig Solarenergie bekommen…

Wir nahmen unsere gepackte Tasche mit Essen, Trinken und Büchern, denn die Überfahrt ist mit 6 Stunden recht lang angesetzt. Naja, irgendwie bekommen wir die Zeit schon um.
Als wir uns dann den Weg durch’s Schiff nach oben suchten, stellten wir in den Aufenthaltsbereichen direkt fest, dass es ziemlich voll wird. Ohoh! An unserem Wunschort war schon keine Sitzgruppe mehr frei, sodass wir in eines der Restaurants ausweichen mussten. Hier war es ziemlich kalt und da direkt hinter uns die Info war, hörten wir immer wieder, was die anderen Gäste für Fragen, Probleme oder Wünsche hatten. Ein wenig nervig…
Irgendwann meldete sich auch der Kapitän zu Wort. Die fast einstündige Verspätung hat wohl die schlechte Organisation des Trelleborger Hafens verursacht, aber wir sollten uns keine Gedanken machen… Er würde die Zeit rausfahren, sodass wir pünktlich in Rostock ankommen. Schauen wir mal!

Während einer auf die Sachen bzw. unsere Sitzplätze aufpasste, ging der andere auf’s Außendeck zum Fotografieren. Das Ablegen war allerdings wenig spektakulär. Wir sind einfach zu Kreuzfahrt-verwöhnt…
Die Sitzgruppe war auch nicht so richtig bequem und an den Nachbartischen quengelten schon die ersten Kinder. Au man! Immerhin ließen sie sich mit Videos auf mitgebrachten Tablets schnell wieder ruhig stellen. Wie haben unsere Eltern das eigentlich früher mit uns gehandhabt?
Nachdem ich dann irgendwann völlig durchgefroren war, deckte ich mich kurzerhand mit beiden Jacken zu und schaffte es so tatsächlich, auf der unbequemen Bank zu schlafen. Yeah!
Erst zur Mittagszeit, als viele Gäste zum Essen ins Restaurant kamen, wurde ich unsanft geweckt… Memo an uns: Beim nächsten Mal lieber wieder die Nachtfähre nehmen oder Oropax und Decke einpacken… Als ich dann irgendwann mal zur Toilette musste, entdeckte ich den Hund vom Schweizer und lief dem Schweizer kurz darauf förmlich in die Arme. Die Gelegenheit, zumindest noch ein paar Fragen zu stellen :-). Leider hatte er schon gute Gesprächspartner in einer vollen Sitzgruppe, denn mit ihm wäre die Fahrt bestimmt sehr kurzweilig geworden. So zog sie sich dann doch noch etwas und wir waren sehr erleichtert, als endlich die Durchsage kam, dass wir in einer Stunde den Hafen erreichen würden. Von da an dauerte es dann nicht mehr lange, bis wir zurück zu den Autos durften. Jetzt klärte sich auch, weshalb das Schiff schon so voll war, als wir hochkamen… Nach dem Halt in Rostock fährt das Schiff noch nach Travemünde und da die Gäste später von Bord fahren, mussten sie ihre Autos früher parken als wir und waren daher schon längst auf dem Schiff.
Der arme Juckel war eiskalt und hatte ganz schön viel Salzwasser abbekommen. Zu Hause hat er sich definitiv eine gründliche Wäsche verdient!
Bis wir dann vom Schiff durften, dauerte es und die typisch deutsche Ungeduld war dank unserem Nachbarn gleich wieder greifbar. Er schaffte es nicht einmal, im Reißverschluss-Verfahren vom Schiff zu fahren sondern musste unbedingt noch vor uns runter… Soll er machen, wir haben schließlich (noch) Urlaub.
Wir hatten uns auf dem Schiff bereits einen guten und günstigen Polarlicht-Schlafplatz ausgesucht, der unweit von Kühlungsborn entfernt liegt. Da wir dort aber erst ab 18 Uhr kostenfrei parken können, wollten wir die Zeit bis wir uns dahin stellen noch ein wenig hinauszögern. So hatten wir einen Supermarkt ins Navi programmiert, bei dem der zugehörige Parkplatz nicht ganz so klein aussah. Ein großer Fehler, denn so schickte uns Google direkt durch einen Mauttunnel. Unverschämte 6 Euro wollte der Mann am Schalter für den Tunnel unter der Warnow habe. Typische Touristenfalle? Wir schüttelten es lieber schnell ab um unsere Urlaubsentspannung beizubehalten und fanden einen guten Platz beim Supermarkt.
Erst einmal einen Einkaufswagen holen und das Leergut in der Garage zusammen sammeln. Ups! Der Einkaufswagen war ziemlich voll als wir uns dann auf den Weg zum Automaten machten. Immerhin gab es hier gleich zwei und beide waren leer. So hatten wir fix alle Flaschen gegen zwei Pfandbons getauscht und konnten mit einer kleinen Einkaufstour weitermachen. Diese ganzen Weihnachtssachen in den extra Aufstellern machen mich jetzt, Anfang Oktober, immer noch ein wenig wuschig… Muss das wirklich sein?
Wir umschifften sie gekonnt und gingen mit wenigen Teilen zur Kasse. Trotz der Pfandbons mussten wir sogar noch ein kleines Sümmchen draufzahlen. Lebensmittel sind echt teuer geworden!
Da wir nicht alles bekommen hatten, steuerten wir kurzerhand noch einen zweiten Supermarkt an und machten uns dann auf den Weg zum Schlafplatz.
Dort angekommen war es zumindest genau wie erwartet und trotz des guten Wetters waren wenige Autos da. Allerdings standen schon zwei andere Wohnmobile entlang der Straße und wir wählten bewusst die hinterste Ecke um viel Abstand zu lassen. Da es noch keine 18 Uhr war zogen wir noch artig ein Ticket. Hier muss man für Apps wie Easypark ja leider ziemlich hohe Gebühren zahlen. Warum bekommen die Skandinavier das ohne hin? Der Automat wollte uns dann auch gleich weiter ärgern, denn obwohl wir mehr eingeworfen hatten, konnte er uns die Parkzeit nicht automatisch für den nächsten Tag verlängern. Na gut, dann müssen wir morgen früh um 8 eben einmal kurz raus und ein neues Ticket ziehen… Viel schlimmer fand ich allerdings, dass direkt neben dem Parkscheinautomat noch ein weiterer Automat für die Kurtaxe stand. Für den Strandbesuch sollten wir noch einmal 2 Euro pro Person extra zahlen. Unverschämt! Andere Länder machen das nicht! Immer wieder überlegten wir sehnsüchtig, ob wir morgen nicht einfach wieder mit der Fähre zurück nach Skandinavien fahren sollen :-D.

Während wir Essen kochten, kamen mehr und mehr Wohnmobile. Fast alle waren gemietet und trugen die Aufschriften der gängigen Leihplattformen. Liebe Vermieter, könnt ihr euren Kunden bitte mal erklären, dass man mit Abstand parkt?! Hier ist eine sehr lange Straße mit vielen freien Plätzen und alle drängen sich zu uns in die hintere Ecke. Warum? Aus Protest zu ihrem Krach räumten wir nach dem Essen noch ein wenig auf und schlugen unsere Türen auch gleich öfters und lauter zu. Vielleicht merken sie ja zumindest so, wie nervig es ist…

Endlich wurde es dunkel und wir suchten den Weg durch den kleinen Wald zur Abbruchkante am Strand. Sterne sind sichtbar aber leider keine Polarlichter. Vielleicht kommen sie ja noch… Da wir dieses Mal besser ausgestattet waren, nutzten wir die Wartezeit für eine Bernsteinsuche am Strand mit der UV-Lampe. Aber auch dabei blieben wir erfolglos…
Während wir uns in Juckel wieder aufwärmten kamen noch weitere Einheimische mit Kameraequipment angereist. Wir checkten die Apps mit den wichtigen Werten, doch Fehlanzeige… Wie immer in Deutschland. Die erste Knallernacht kommt überraschend und wenn die Medien die Menschen anfixen passiert in der Folgenacht nichts mehr…
Gegen Mitternacht gaben wir endgültig auf und gingen schlafen. Immerhin war in den anderen Autos nun auch Ruhe eingekehrt und die Einheimischen fuhren genauso erfolglos zurück.
SAMSTAG, 12.10. 2024
Nach einer ruhigen Nacht klingelte der Wecker bereits um 8 Uhr, damit wir artig einen neuen Fahrschein lösen konnten. Unsere Nachbarn waren alle noch im Tiefschlaf und scherten sich nicht sonderlich um die Parkscheinpflicht. Unsere Chance für eine erneute Rache ;-).
Bei herrlichstem Sonnenschein frühstückten wir dann in aller Ruhe und machten noch einen letzten Spaziergang am Strand. Ganz sehnsüchtig schauten wir noch einmal über’s Meer nach Norden. Sollen wir doch einfach zurück fahren? Nee, die Arbeit ruft, uns fehlen saubere und vor allem warme Klamotten und die Familie möchte uns bestimmt auch mal wieder sehen… Schweren Herzens traten wir nun also die Heimreise an :-(. Google wollte uns dabei natürlich auch mal wieder ärgern und wählte die kleinsten, von Kopfsteinpflaster geprägten Straßen mit einem ordentlichen Umweg zur Autobahn… Warum nicht einfach einen Kilometer zurück zur letzten Auffahrt sondern lieber 15 Kilometer über Land zur nächsten Auffahrt… Langsam sollten wir doch daran denken und lieber selbst navigieren!
Auf der knapp 5 stündigen Fahrt überlegten wir immer mal wieder, ob wir in den Weihnachtsferien noch einmal hoch fahren sollen….. Die Polarlichter haben uns soooo sehr fasziniert und mit Schnee wäre es bestimmt auch richtig cool… Andererseits haben wir dann deutlich weniger Tageslicht, es wird richtig kalt und ob der Himmel klar genug bleibt, ist ungewiss… So richtig entscheiden können wir uns noch nicht…
Staufrei kamen wir dann mit mehreren kleinen Pausen am frühen Nachmittag an und räumten alles aus Juckel aus. Während nun die Wäsche in der Maschine läuft, tippen wir bereits die Blogbeiträge und schauen uns das viele Bild- und Videomaterial an. Hach! Einfach nur magisch. So richtig glauben können wir es noch immer nicht…
Den freien Sonntag nutzten wir dann noch, um Juckel ordentlich zu reinigen! Nach knapp 6000 Kilometern in 2 Wochen hat er sich das absolut verdient!!! In nächster Zeit sind noch einige Wochenendtrips geplant, sodass wir ihn noch nicht für den Winterschlaf vorbereiten müssen… Und wo es uns dann Weihnachten hinverschlägt bleibt erstmal offen!