Die Nacht auf dem Schiff war nicht soooo genial. Das Schiff bzw. die Lüftung war ganz schön laut und alles vibrierte. Immerhin hat es für ein langes Ausruhen gereicht…
Uns fehlten allerdings ein paar Informationen bezüglich der Kabinen. Wann müssen sie geräumt werden und wie viel vor dem Anlegen müssen wir zurück zu den Autos? Wir stellten den Wecker mal vorsichtig auf 6:45 Uhr, also eine Stunde vor Anlegen…. Geduscht haben wir gestern Abend schon und frühstücken können wir später in Ruhe in Schweden…
Der Wecker klingelte gerade in dem Moment, als schon die erste Durchsage kam, dass alle Kabinen innerhalb der nächsten 30 Minuten geräumt werden müssen. Unvorbereitet kann das für den ein oder anderen ziemlich sportlich werden, aber wir waren schon nach knapp 15 Minuten raus und natürlich gleich zurück am Pooldeck.

Ein herrlicher Sonnenaufgang über dem Meer erwartete uns und wir konnten Trelleborg schon richtig gut erkennen. Soll es wirklich noch so lange dauern bis wir anlegen? Natürlich nicht, 10 Minuten später kam bereits die Durchsage, dass wir bitte zu den Autos gehen sollen. Dort mussten wir dann auch nicht allzu lange warten und schon waren wir überpünktlich in Schweden. Juhuu 🙂
Nun schlängelten wir uns ein Weilchen durch den Hafen… und da alle Autos brav die rechte Spur nutzten, es aber 2 Spuren gab, konnten wir noch den ein oder anderen LKW auf dem Weg zur Autobahn überholen :-D.
Unser erstes Ziel war der Smålandet Elchpark bei Markaryd. Hier waren wir ja vor zwei Jahren schon einmal und wussten, dass wir definitiv Elche in sehr naher Distanz sehen werden.
Als wir die Autobahn erreichten, wählten wir aber gleich einen der ersten Rastplätze für eine kleine Frühstückspause… Hier war es gleich viel ruhiger als auf deutschen Rastplätzen und 2 Wohnmobile schliefen sogar noch genüsslich aus. Das Urlaubsfeeling hat uns direkt erreicht, so soll es sein :-). Nur wettertechnisch müssen wir noch etwas üben, denn der herrliche Sonnenaufgang hatte sich in einen Mix aus Sonne, Wolken und Regen geändert… Der Regen darf gerne abziehen!
Anschließend ging es ca. 1,5 Stunden mit Tempomat sehr gechillt über recht freie Autobahnen nach Markaryd, wo wir gegen 10:15 Uhr ankamen. Perfekt, denn der Park hatte erst um 10 Uhr geöffnet.
Während wir noch ein kurzes Ankomm-Päuschen machten, fuhr die kleine Bimmelbahn schon vor, mit der man geführt durch den Park fahren kann. Eigentlich wollen wir aber lieber selbst mit dem Auto fahren, um flexibler halten zu können und ggf. mehrere Runden zu drehen…
Im Shop erkundeten wir zunächst die Souvenirs. Das meiste kannten wir noch von vor 2 Jahren und um die Kuscheltiere machten wir lieber gleich einen großen Bogen :-D. An der Kasse mussten wir uns nun endgültig entscheiden, Bahn oder Auto. Damals durfte man (am späten Nachmittag) noch aus dem Auto heraus füttern, sodass die Elche ganz ganz nah kamen… Das ist inzwischen scheinbar eingestellt worden und füttern ist nur noch aus der Bahn erlaubt. Wir zögerten kurz, blieben aber bei unserer Entscheidung und kauften für 185 SEK das Ticket. Sicherheitshalber ließen wir uns von der netten Dame noch einmal alles erklären… Der Park hat ein ca. 3 Kilometer langes Einbahnstraßen-System, sodass man sich zu Beginn rechts halten muss. Außerdem kann man ca. in der Mitte noch einen Abstecher auf das Bison-Gelände machen…
Nachdem wir nun alles aufgefrischt hatten, wurden die beiden Kameras aktiviert und schon ging es hoffnungsvoll durch die Schranke am Eingang. Im Schneckentempo fuhren wir Stück für Stück vorwärts und schauten links und rechts ins Unterholz. Nach ein paar Kurven konnten wir dann gleich 2 oder 3 Fahrzeuge auf der Stelle stehend ausmachen. Ein klares Indiz für: Da gibt es was zu sehen!

4 Elche lagen absolut faul und gechillt direkt neben der Straße und ließen sich entspannt fotografieren. Das Einzige, was doof war, waren die anderen Autos, die gegenseitig Rücksicht nehmen mussten ;-). So konnten wir natürlich auch nicht ewig bei den Elchen bleiben… Immerhin hatten sie es sich direkt vor dem Eingang zum Bisongehege niedergelassen, sodass wir nach einer kleinen und sehr stinkenden Ehrenrunde noch einmal bei den 4en vorbeikamen. Noch immer lagen sie völlig faul herum. Als wir dann für ein weiteres Fahrzeug Platz machen mussten, kam auch die kleine Eisenbahn vorbei. 2 Kurven später hatten wir einen guten Blick auf das Geschehen: Die Elche hatten keinerlei Interesse an den frischen Birkenzweigen der Besucher. Die Bahnfahrerin musste schon aussteigen und die Elche richtig anfüttern, damit sich immerhin einer erhoben hat und den Gästen im ersten Wagen die Zweige abgefuttert hat. Die anderen 3 Elche blieben einfach liegen und Wagen 2 der Eisenbahn hatte keinerlei Elchkontakt…. Deshalb lieber selbst fahren!

Wir fuhren allmählich weiter, immer auf der Hut vor Elchen und tiefhängenden Ästen… so ganz ideal ist die Wegführung für höhere Fahrzeuge leider nicht… Ein paar Kurven später entdeckten wir dann erneut 2 Elche. Aber auch diese saßen sehr entspannt und hatten keinerlei Interesse an uns. Bevor die 3 Kilometer-Runde dann beendet war, konnten wir noch einmal 2 Elche ausmachen. Diese saßen wieder etwas freier, sodass man sie besser beobachten konnte.

Natürlich hat uns diese Runde nicht gereicht und so fuhren wir direkt noch einmal durch den Park. Von den 4 Elchen zu Beginn saßen nun nur noch 2 Elche neben der Straße. Da vor uns ein Wohnmobil meinte, es müsse trotzdem die Elche füttern und dazu sogar aussteigen, waren die Elche offenbar genervt, denn einen konnten wir noch beim Weglaufen beobachten. Vielen Dank an Euch, dass ihr mit eurem Regelverstoß anderen den Spaß verderbt!
Nun hatten wir genau dieses Wohnmobil leider die ganze Zeit vor uns und obwohl wir teils sehr lange warteten, holten wir sie immer wieder ein… Kein Wunder, wenn man bei geöffneten Türen noch das mega Selfie mit den Elchen einfangen will, dauert alles etwas länger… Eigentlich hätten wir sie melden sollen…
Wir ließen uns noch zu einer dritten Runde hinreißen, aber die Elche blieben einfach liegen. Freche Viecher :-D, sodass wir ihnen anschließend wieder ihre Ruhe gönnten und uns schweren Herzens aus dem Park verabschiedeten. Hoffentlich sehen wir in diesem Urlaub mal wieder freilaufende Elche… Irgendwie haben die noch einen größeren Reiz ;-).
Der Regen wurde mehr und so passte es ganz gut, dass wir die Fenster nun wieder geschlossen lassen konnten. Unser grobes Ziel war nun Norwegen, was aber knapp 5 Stunden entfernt liegt… Da werden wir heute mit Sicherheit nicht mehr ankommen…

Um die Fahrt abwechslungsreicher zu gestalten, schauten wir, was sich so nach 1,5-2 Stunden als Pausenziel anbieten könnte und stießen auf das Schloss Tjolöholm. Nach rund 2 Stunden Fahrtzeit, die sich durch das ewige Geradeausfahren ganz schön zogen, kamen wir sogar passend in einer Regenpause an. Allerdings passten die Gegebenheiten nicht mehr so ganz und wir mussten deutlich weiter weg als geplant parken. Ob der Regen genau dann ankommt, wenn wir die ca. 600m vom Auto entfernt sind? Würde ja zu unserem Glück passen, weshalb wir sicherheitshalber die Regenjacken überzogen.
Nach den vielen Stunden des Sitzens tat die Bewegung richtig gut und es fühlte sich überhaupt nicht nach 600 Metern an, als wir den Vorplatz des Schlosses betraten. Das heutige Schloss wurde erst zwischen 1898 und 1904 gebaut, nachdem das ehemalige Schloss von einem Stallmeister gekauft und abgerissen wurde. Inzwischen gehört es der Stadt Göteborg und kann zumindest in den Sommermonaten besichtigt werden. Wir beschränkten uns bei unserer Besichtigung nur auf den Außenteil, sodass ich gar nicht weiß, ob es Ende September noch geöffnet wäre oder nicht…

Der zugehörige Garten schließt am Kungsbackafjord an, sodass wir bei unserem Spaziergang bis ans Wasser gehen konnten. Herrlich, äh, nee… irgendwie stinkt es heute eher schwefelig… Immerhin sieht man das auf Fotos nicht ;-).
Nachdem wir uns auch noch mit dem Geocaching beschäftigt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Gerade rechtzeitig, ehe der nächste Regenschauer begann. Juhuu, endlich haben wir mal Glück :-D.
Da wir nun knapp unterhalb von Göteborg waren, wollten wir zumindest noch die (lichtverschmutzte) Stadt hinter uns lassen und fuhren noch ein gutes Stündchen weiter. Nördlich von Göteborg hatten wir dann einen Platz am See bei Park4night gefunden. In Stadtnähe ist die idyllische Platzsuche immer etwas schwieriger, selbst hier in Skandinavien…

Als wir den Platz bei Vassbo erreichten, war es dann eher eine Parkbucht mit Leitplanken-Abtrennung zum See… Egal, landschaftlich sieht es hier zumindest klasse aus und nach Norden hätten wir eine recht freie Sicht, man weiß ja nie…
Abends fuhren dann aber doch deutlich mehr Autos als erwartet, sodass wir uns lieber ins Wohnmobil zurück zogen und dort das Abendessen zubereiteten. Je später es wurde, desto ruhiger wurde dann auch die Straße und wir waren zuversichtlich, dass es eine ruhige Nacht werden könnte…
Als es dann richtig dunkel wurde, haben wir Ausschau nach den Polarlichtern gehalten. Der Himmel war zwar nur teils bewölkt, aber sehen konnten wir nix. Wahrscheinlich sind wir noch zu südlich… Mit dem Vorsatz, morgen erneut gut Strecke gen Norden zu machen, gingen wir dann schlafen.