Die Nacht war genauso ruhig wie erwartet und erst als es Draußen schon hell war, hörten wir wieder ein paar Autos. Unter der Woche ist es wahrscheinlich etwas lauter, wenn die ganzen Einheimischen zur Arbeit fahren…
Beim Blick aus dem Fenster stellten wir dann fest, dass der See komplett im Nebel hängt. Selbst von der Straße war nicht ganz so viel zu sehen. Bis wir dann aber mit dem Frühstücken fertig waren, verzog sich der Nebel mehr und mehr und die Sonne kam zum Vorschein. Dennoch fühlte es sich vor dem Auto ziemlich kalt an. Das Thermometer bestätigte es kurz darauf: Minus 4 Grad. Uff! Wie wird es dann erst im richtigen Norden? Naja, wir haben Wintersachen dabei und die Heizung funktioniert, wird schon werden ;-).

Als wir uns zurück zur E6 vortasten, waren die Autos sogar gefroren und der Gehweg glitzerte. Wir hatten mit dem „warmen“ Seewasser offenbar richtig Glück.
Unser heutiges Tagesziel war Lillehammer. Dort wollten wir zum Einen noch eine offene Rechnung mit dem Master of Mystery Geocache begleichen, zum Anderen hatten wir auf etwas Souvenir-Shopping in der Stadt gehofft.
Bis Lillehammer zog sich der Weg über die E6 knapp 4 Stunden, sodass wir unterwegs zwei kleine Pausen einlegten.

Gegen frühen Nachmittag erreichten wir die Stadt und konnten auf dem Parkplatz an der Kirche gut parken. Von dort war es nur noch einen Katzensprung zur Storegatan, der Fußgängerzone.
In dieser angekommen mussten wir leider feststellen, dass hier am Sonntag fast alles geschlossen ist :-(. Lediglich ein kleines Geschäft mit wenig Souvenirs hatte geöffnet. Natürlich gab es dort auch nicht, was wir gesucht haben und so ging es mit leeren Händen wieder heraus. Immerhin scheint die Sonne und macht den Spaziergang herrlich. Am Ende der Straße drehten wir dann um und liefen zurück.

Als nächstes wollten wir zur Skisprungschanze. Vor zwei Jahren haben wir direkt unten am Auslauf übernachtet. Schon von weitem sah der Parkplatz aber irgendwie voll aus. Auch unten waren die Straßen merkwürdig zugeparkt und einige Wohnmobile standen am Rand. Ein schlechtes Zeichen? Als wir auf die Bergstraße abbiegen wollten, bestätigte sich die schlechte Vorahnung… Oben ist alles gesperrt. Warum, wissen wir noch nicht.
Für den Cache müssen wir aber hoch und so galt es, eine Alternative zu suchen. Idee 1 entpuppte sich als Privat- und abgesperrter Parkplatz und so fuhren wir noch höher zu einem Neubaugebiet. Dort fanden wir dann neben zwei anderen Wohnmobilen auch noch einen engen, freien Platz. Perfekt.

Fix angezogen ging es dann zu Fuß weiter. Hoffentlich ist das wenigstens erlaubt. Ja, ist es. Beim Cache angekommen, wussten wir dann auch, weshalb der Weg gesperrt ist…ein Autorennen am Berg mit älteren Tuning Fahrzeugen. Die Begleitteams haben sogar direkt im Schanzenbereich geparkt. Ein großes Spektakel mit vielen Schaulustigen. Selbst der Lift fährt heute nicht die Schanze hoch. Gut, dass wir da schon vor 2 Jahren waren. Zu Fuß möchte ich nicht alle Stufen erklimmen…

Stattdessen schauten auch wir dem Rennen zu. Es dauerte aber nur 4-5 Fahrzeuge, bis einer die Leitplanke knutschte und es eine lange Pause gab. Währenddessen konnten wir ein paar Wiederholungsszenen auf einem großen Monitor anschauen. Scheinbar sind hier schon einige verunfallt…
Uns verging die Lust zu Warten, denn es wurde mit dem Wind auch langsam frisch und so machten wir uns auf den Rückweg.
Als wir fast bei Juckel angekommen waren, entdeckten wir dann auch das Schild, dass der Parkplatz auf dem wir stehen doch für Privat gesperrt ist. Ups, schnell weg.
Als nächstes Ziel kloppten wir einfach Espedalen ins Navi. Ca. Eine Stunde Fahrt, mitten in einem Elchgebiet und zusätzlich kann man auf einer kurzen Wanderung noch ein paar Höhlen und Löcher begutachten. Klingt eigentlich ganz gut.

Daher ging es dieses Mal auch gar nicht zurück auf die E6 sondern über kleinere Landstraßen weiter. Noch lange vor dem offiziellen Elchgebiet hatten wir das große Glück, 3 Elche direkt neben der Straße zu sehen. Juhuu. Der Autofahrer hinter uns fand das Bremsmanöver allerdings nicht ganz so lustig, ups.

Unterwegs hatte ich schon einen ziemlich gutklingenden Schlafplatz an einem See bei park4night gefunden, der ziemlich nah an dem Helvete Naturpark liegt. Als wir dann am Park ankamen, hieß es, 9 Euro pro Person Eintritt. Hä? Für maximal 30 Minuten wandern??? Da die Sonne schon ziemlich tief hing und wir keine Ahnung hatten, ob es bei dem schlechteren Licht überhaupt Sinn macht, ließen wir es bleiben und steuerten direkt den Schlafplatz an. Ein absoluter Glücksgriff! Und ein einziges anderes Wohnmobil parkte lieber oben an der Straße als am See. So hatten wir absolute Ruhe und niemand konnte uns beobachten.

Wir bauten fix den Grill auf und machten Gyros. Anschließend nutzten wir die Feuerstelle am See für ein kleines Lagerfeuer. Allerdings wurde es trotzdem ziemlich frisch und so verzogen wir uns recht bald in den Van zurück.
Zum Schlafen war es noch zu früh. Was macht eigentlich die Polarlicht App, haben wir hier, bei klarem Himmel, wohl Chancen? So richtig gut sehen die Werte nicht aus, aber gegen 23 Uhr könnten wir 1-2 Prozent Chancen haben. Die müssen genutzt werden… André machte derweil ein kleines Powernapping. Klar, dass viele fahren ist anstrengend…

Gegen 23.30 schauten wir dann mal vor die Tür. Das Gefühl sagte uns, dass es ein Satz mit x wird aber schon als die Tür auf war, konnten wir die Polarlichter als grauen Schleier mit bloßem Auge erkennen. Ups, da hat sich ja noch ein Wohnmobil zu uns geparkt. Deren Problem, wenn bei uns jetzt ständig die Tür auf und zu geht… Bis ca. 1 Uhr probierten wir noch alle möglichen Einstellungen mit der neuen Kamera aus und erfreuten uns an den doch teils sehr stark scheinenden Lichtern. Man merkt nur leider, dass wir noch viel zu südlich sind. Hoffentlich wird es die nächsten Tage besser…

Durchgefroren und k.o. ging es dann erst nach 1 Uhr ins Bett. Uff. Vor Aufregung konnten wir dann nicht mal richtig einschlafen… Irgendwann klappte es dann glücklicherweise doch und auch die Kälte konnte uns im Van wenig anhaben.