Schon lange haben wir den Wunsch, im Herbst einmal hoch in den Norden zu fahren und die spektakulären Polarlichter mit eigenen Augen zu sehen. Flug- und Pauschalreisen sind allerdings richtig teuer und so verschoben wir den Wunsch immer weiter…
Letztes Jahr hatten wir Juckel erst kurz vor unserem Urlaub bekommen und uns aus fehlender Routine auch lieber spontan für den warmen Süden entschieden. In Anbetracht unserer kaputten Heizung zu Beginn auf Jedenfall die richtige Entscheidung!
Dieses Jahr haben wir nun unseren Herbsturlaub auf einen deutlich früheren Zeitraum gelegt, in der Hoffnung, noch nicht in den vollen Schnee zu fahren, etwas länger Tageslicht zu haben und trotzdem das Naturschauspiel bewundern zu können. Ob der Plan aufgeht?
So richtig vorstellen konnten wir uns alles noch nicht und so planten wir ausnahmsweise mal keine Route vor sondern „planten“ uns vom Wetter treiben zu lassen. Am liebsten allerdings in Norwegen, denn dort gibt es landschaftlich extrem viel Abwechslung. Allerdings wurde es auch dort mit einem Plan B, falls das Wetter auch tagsüber katastrophal wird, mit Indooraktivitäten schwierig… Schauen wir mal…
Als wir dann nach möglichen Fährverbindungen schauten, stellten wir fest, dass die (Wunsch-)Verbindung, von Hirtshals nach Kristiansand außerhalb der Saison deutlich seltener fährt und wir dadurch einen ganzen Tag verlieren würden. Beim Suchen nach Alternativen entdeckten wir dann die Nachtfähre von Travemünde nach Trelleborg. Abfahrt Freitagabend 22 Uhr, Ankunft Samstagmorgen 7:45 Uhr. Perfekt! Auch der Preis, inklusiver einer Innenkabine für 292 € war deutlich günstiger, als die kurze Fähre nach Norwegen. Demnach wurde nicht mehr lange gezögert, sondern rasch gebucht. Erst später bemerkten wir, dass man ja spätestens eine Stunde vor Abfahrt im Hafen sein muss. Hoffen wir mal, dass die Autobahnen am Freitagnachmittag /-abend frei sind. Gerade um Hamburg herum ist es ja immer etwas abenteuerlich…
Die letzten 2 Wochen nutzten wir dann, um uns mental auf die Reise vorzubereiten. Bei aktuell noch deutlich über 20 Grad ist es etwas schwierig, sich gedanklich auf Schnee und Minusgrade einzustellen :-D.
Wir hatten frühzeitig einen Termin beim Autohaus zum Reifenwechseln gebucht, sodass wir diesbezüglich auf der sicheren Seite waren. Ob Winterreifen reichen? Kurzerhand wurden lieber noch die passenden Schneeketten bestellt, man weiß ja nie…
Auch sonst quälten wir die verschiedenen Lieferdienste (wie immer) noch ordentlich… neues Powerpack, kleines Feuernetz, Mini-Beil und nach 3 Jahren des Grübelns waren die erhofften Sichtungen der Polarlichter nun der endgültige Ausschlag, eine neue Kamera mit dem ein oder anderen Zubehör anzuschaffen. Ab jetzt arbeiten wir mit der Sony Alpha 7III.
Immerhin kamen alle Lieferungen dieses Mal auch wirklich frühzeitig, sodass sich auch hier der Nervenkitzel legte…
Und weil das Wetter noch so schön ist, können wir auch schon frühzeitig mit dem Packen und Einräumen der Winterkleidung beginnen. Donnerstagabend hatten wir dann nahezu alles in Juckel und auch den Wassertank beim nahen Händler gefüllt.
Freitagmittag mussten wir dann nur noch ein paar aktuelle Sachen und den Kühlschrank einräumen und schon konnte es losgehen :-).
Bereits auf dem Weg aus Dortmund raus ereigneten sich auf wenigen Metern der Bundesstraße 236 gleich 2 Unfälle. Immerhin wurde nicht alles abgesperrt, sodass wir nach einer kleinen Verzögerung endlich auf der A1 durchstarten konnten.
Anders als erwartet, hatten wir keinerlei Probleme mit Stau und selbst in Hamburg lief der Verkehr problemlos. So konnten wir dann in Lübeck noch in Ruhe tanken und bei MC Donalds speisen, was sich leider als großer Flopp entpuppte… Ranzige und kalte Pommes, igitt!
Entspannt ging es dann auf das große Hafengelände. Da wir zu Hause noch den Online-Check-In genutzt hatten, reichte es, an der Schranke vorzufahren und der Automat spukte gleich die fertigen Bordkarten aus. Nun ging es noch ein wenig kreuz und quer über das Gelände.
Die Wegweiser waren nicht optimal, sodass ein ausländischer LKW vor uns bei der Kartenkontrolle Probleme hatte. Wir boten unsere Hilfe an und stellten fest, dass er auf ein ganz anderes Schiff möchte… Also mussten alle Wartenden hinter uns Platz machen, damit der LKW zurücksetzen konnte.

Endlich hatten wir in der richtigen Reihe eingeparkt. Einige PKWs, zahlreiche Wohnmobile und unzählige LKWs warteten gespannt auf`s Boarding. Dieses startete dann sogar früher als geplant, sodass wir in der kurzen Wartezeit gerade einmal alles für die Nacht an Bord gepackt hatten.
Nachdem Juckel dann erfolgreich für seine erste Fährfahrt eingeparkt war, verabschiedeten wir uns für die Nacht von ihm. Ein ungewohnter Urlaubsbeginn!

Auf der Peter Pan von TT Line suchten wir zunächst unsere Kabine, um unser kleines Gepäck abzuladen. Die Wege sind gut ausgeschildert und so fanden wir flugs die Innenkabine, direkt über den Fahrzeugen. Hoffentlich heulen heute Nacht nicht zu viele Alarmanlagen… Ansonsten ist die Kabine klein aber zweckmäßig mit recht geräumigem Bad (wenn man es mit Kreuzfahrtbädern vergleicht).

Nun wollten wir natürlich auch den Rest des Schiffes erkunden… Hier muss man klar sagen, dass es außer Restaurantangeboten nicht allzu viele Möglichkeiten gibt. Lediglich einen kleinen Tobe-Spielraum für Kinder, einen Spieleautomaten-Raum und einen kleinen Souvenirladen. In freudiger Erwartung auf vieler Elchsouvenirs stöberten wir natürlich gleich durch, waren aber schnell und enttäuscht wieder draußen ;-).
Als wir dann auf dem „Sonnendeck“ ankamen, stellten wir fest, dass es ziemlich doll regnet und da es bis zum Auslaufen noch ein Weilchen dauern wird, gingen wir erst einmal zurück auf die Kabine. Die Wartezeit könnte man ja schon mal für eine warme Dusche nutzen….
Bis das Wasser warm wird, dauert es allerdings ewig… Danach stimmen Temperatur und Wasserdruck aber absolut und das Duschen war sehr angenehm.

Wir kuschelten uns schon einmal zur Probe in die Betten und lasen ein wenig. Erst als die ganzen Durchsagen kamen, zogen wir uns noch einmal an und gingen zurück zum Sonnendeck. Immerhin hatte der Regen aufgehört und so konnten wir das Ablegen und Vorbeifahren an Travemünde beobachten. Irgendwie fehlte aber die Auslaufmusik der Mein Schiff „Große Freiheit“… ;-).
Danach ging es dann aber fix zurück auf die Kabine und ins Bett. Die letzte Woche war schließlich lang…