Nachdem wir gestern so viel gelaufen waren, haben wir heute Nacht ziemlich gut geschlafen. Durch die Zeitverschiebung waren wir aber trotzdem wieder relativ zeitig wach. Somit sind wir schon um 7 Uhr aufgestanden, haben uns fertig gemacht und waren wie am Vortag natürlich die Ersten beim Frühstück. Auch heute gab es wieder ein großes Buffet. Allerdings war heute keiner zum Abräumen da und André hat keine Schokoküchlein mehr bekommen. Der Arme :-D.
Nach dem Frühstück sind wir dann zur Bushaltestelle gelaufen. Dank Google Maps wussten wir, an welcher Bushaltestelle in der Nähe zuerst ein Bus zum Busbahnhof fährt. Das hat den ganzen Tag über auch sehr gut funktioniert und wir haben keine andere App benötigt.
Im Bus selber konnten wir dann per Kreditkarte ein Tagesticket kaufen. Pro Person belief sich dieses auf 8 Pfund. Wir bekamen ein Papierticket ausgehändigt und bei jeder Busfahrt musste der aufgedruckte QR-Code gescannt werden. Es ist auch möglich ein Ticket für mehrere Tage zu kaufen, dann empfiehlt es sich aber am Busbahnhof zu kaufen, damit man eine Plastikkarte bekommt.

Unsere erste Fahrt führte uns Richtung Südwesten, zum Leuchtturm La Corbière. Bei Ebbe kann dieser mit einem ca. 10 minütigen Fußweg besichtigt werden. Dafür waren wir allerdings zu spät dran und ein Teil der Straße war schon wieder überflutet.
Dennoch hat sich der Ausflug hierher gelohnt, tolle Landschaft, ruhige Atmosphäre und viel Sonnenschein. Auch gibt es hier einige Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese können allerdings nur mit einer gebuchten Tour besichtigt werden. Der Leuchtturm ist übrigens weltweit der erste, der aus Beton gebaut wurde.
Und zum Krieg noch eine Anmerkung: Jersey war mit die letzte Insel die befreit wurde (erst 1945).

Danach ging es mit dem Bus zum Strand von St Brelade. Dieser wirbt mit seinem goldenen Sand. In windstillen Ecken war es angenehm warm und einige Strandbesucher waren sogar schwimmen. Wir hatten heute leider keine Badesachen eingepackt und so sind wir gar nicht erst in Versuchung gekommen ;-).

Nach dem kurzen Besuch hätten wir an der angrenzenden Bushaltestelle zu lange auf den nächsten Bus warten müssen. Wir entschieden uns, eine Bushaltestelle in 10 Minuten Entfernung anzulaufen, um mit einer anderen Linie weiter Richtung Liberty Station zu fahren. Natürlich mussten wir dafür einen Berg hochlaufen. Dabei kamen wir allerdings an vielen schönen Häusern in dieser Nebenstraße vorbei.
An der Bushaltestelle oben am Berg war ein Briefkasten mit Strickmotiven geschmückt, zum Gedenken an Queen Elizabeth II. An solch kleinen Gesten merkt man noch einmal, wie beliebt die ehemalige Königin in England war.

Weiter ging es wieder in Richtung Liberty Station. Unterwegs machten wir noch einen Halt an der Glaskirche St. Matthew. Diese haben wir uns zwar deutlich größer vorgestellt, aber die Gasanteile sind schon beeindruckend.
An der Liberty Station angekommen, warteten wir ein Weilchen auf den Bus zum Devil’s Hole. Wie viele andere Linien auch, fährt dieser tatsächlich nur einmal pro Stunde. Die Fahrt dauerte dann ungefähr 30 Minuten und wir erreichten den Norden der Insel. Hier merken wir deutlich, dass wir in der Nebensaison sind, denn außer uns war hier nur ein weiteres Pärchen. Auch die, an den Parkplatz angrenzenden Restaurants, waren geschlossen und verwiesen auf die nächste Gelegenheit im 3km entfernten Örtchen.

Das Devils Hole ist eine ausgespülte Felsenhöhle, die dafür berühmt ist, dass hier von einem Schiff, welches Schiffbruch erlitten hat, die Galionsfigur in die Höhle gespült wurde. Von einem Künstler wurde die Figur dann so verändert, dass sie den Teufel abbildet. Im Laufe der Zeit wurde die Figur mehrmals nachgebaut bis sie schließlich aus Bronze gegossen wurde. Nachdem diese mehrmals den Standort gewechselt hat, steht sie jetzt in einem grünen Tümpel auf dem Wanderweg zum Devils Hole.

Nachdem wir wieder den Weg hinauf gewandert waren, hätten wir noch 30 Minuten auf den nächsten Bus warten müssen, so entschieden wir uns, dass nahe Weingut anzulaufen. Auf dem Hinweg hatten wir dort auch eine Bushaltestelle gesehen. Vor Ort merkten wir dann aber, dass hier nur in einer Richtung eine Bushaltestelle ist und so mussten wir uns sputen, damit wir den nächsten Bus zurück nicht doch noch verpassen.
Dieses Mal fuhren wir durchs Landesinnere so dass wir schneller an der Liberty Station waren. Unterwegs konnten wir auch endlich die berühmten Jersey Rinder sehen. Diese sind berühmt für ihre Milch mit einem hohen Fettanteil und dem daraus resultierenden besseren Geschmack der Milcherzeugnisse.

Von Liberty Station aus ging es nach 20 Minuten Wartezeit nun noch in den Osten der Insel zum Mont Orgueil Castle. Hier haben wir von vornherein auf einen genaueren Besuch keinen Wert mehr gelegt und waren über die Entscheidung ganz froh, als wir die vielen Treppen sahen. Wir schlenderten durch den kleinen Hafen und fanden sauteures Eis. Eine Kugel sollte zwei Pfund 50 kosten, so dass wir dankend ablehnten.

Nachdem wir noch einige Fotos gemacht hatten ging es nun mit dem Bus, der hier zum Glück alle Viertelstunde fährt, ungefähr zwei Drittel zurück zum Hotel. Am Green Island Beach stiegen wir noch einmal aus um schöne Fotos von den vielen Steinen und Klippen vor dem Strand zu machen. Angeblich kann man hier nachts bei Ebbe fluoreszierende also leuchtende Algen bzw. Wattwürmer sehen. Ob wir heute Abend noch einmal hierher fahren, wissen wir jetzt noch nicht. Allmählich merken wir unsere Füße.
Mit dem nächsten Bus ging es nun zum Hotel wo wir schnell unsere Sachen ablegten und uns zum Abendessen in die Stadt aufmachten. Den Abend nutzen wir erst einmal für die Planung des morgigen Tages, schließlich geht es bereits um 9 Uhr mit der Fähre weiter nach Guernsey.