Wie jedes Jahr rückte der November-Urlaub näher und näher und auch in diesem Jahr hatten wir mal wieder keine wirkliche Idee wo es hingehen sollte. Eins stand fest: Nach einem schönen Sommerurlaub in Norwegen wollten wir uns von Corona nicht noch einmal ausbremsen lassen. Die Inzidenzen steigen zwar wieder langsam an, aber es gibt aktuell keine Virusvariantengebiete mehr und da wir „geboostert“ sind, haben wir keine Quarantäne im Anschluss zu befürchten.
Dennoch trauten wir uns nicht so recht, auf eigene Faust loszuziehen. Denn wer weiß, wie der Tourismus in den verschiedenen Ländern unter Corona gelitten hat. Außerdem kann in zwei Wochen viel passieren, da machte es für uns Sinn, einen Ansprechpartner zu haben. Mal ganz davon ab, dass uns für eine selbstgebastelte Reise inzwischen schlichtweg die Planungszeit gefehlt hätte.
Nach viel Recherche hatten wir mehrere Optionen:
- Mein Schiff Kreuzfahrt in die Emirate
- Rundreise Südafrika (Gruppenreise)
- Rundreise Jordanien (Gruppenreise)
Als Rundreise-Finder hat sich für uns folgende Seite geholfen: https://www.erlebnisrundreisen.de/
Hier gab es eine gute Übersicht darüber, welche Gruppenreisen im passenden Zeitraum überhaupt stattfinden und wo es noch freie Plätze gibt. Bisher haben wir Rundreisen mit der Young Line von Marco Polo gemacht. Es ist nämlich schon ein Unterschied, ob die Gruppe ungefähr im gleichen Alter ist, oder es unter Umständen diverse rüstige Rentner sind, die bei einem straffen Tagesprogramm nicht mithalten können.
Gegen die Kreuzfahrt in den Emiraten sprach, dass die eigentliche Route mit Oman und Bahrain schon gekürzt wurde. Bahrain wurde definitiv gestrichen. Ob der Oman angesteuert werden würde, war für uns auch sehr fraglich, denn auf allen bisherigen Reisen wurde er kurzfristig gegen die Privatinsel Sir Beni Yas getauscht. Zudem hätten wir hier noch zwei weitere Urlaubstage nehmen müssen, um die 2 wöchige Reise zu machen. Und nur eine Woche (bei der wir mit dem Schiff gefühlt nur in Dubai liegen), kam für uns auch nicht in Frage.
Jordanien schreckte uns ein wenig ab, weil die Temperaturen dort ganz schön frisch sein sollen und das Programm viele Wanderungen und Übernachtungen im Zeltlager versprach. Damit wollten wir uns nicht wirklich anfreunden.
Nach langem Hin und Her (der Preis schreckte doch ganz schön ab!), haben wir uns nun entschieden:
12 Tage Südafrika (Gruppen-)Rundreise: Krüger Park & Gartenroute

Folgende Programm-Punkte haben uns letztlich doch überzeugen können: Panoramaroute – Krüger Nationalpark – Johannesburg – Gartenroute – Knysna – Kapstadt – Kap der Guten Hoffnung – Stellenbosch
Mit einem Anruf beim Veranstalter (Eberhardt Travel in Dresden) konnten uns sogar noch 2 freie Plätze zugesprochen werden. Wir hatten noch einen Tag Bedenkzeit. Vorher haben wir natürlich die ein oder andere Frage gestellt (Wie viele Teilnehmer? Altersdurchschnitt? Wetter?…). Die Antworten waren akzeptabel so entschieden wir dann: Lieber das, als zwei Wochen bei schlechtem Wetter zu Hause zu bleiben.
Am nächsten Morgen riefen wir dann erneut beim Veranstalter an, um unsere Buchung fix zu machen. Inzwischen ist übrigens schon Samstag, der 30. Oktober und die Reise startet bereits Dienstag, den 2.11. Das nenne ich mal eine sehr kurzfristige Buchung 😊. Das machen nur die wenigsten Veranstalter!
Nach dem Telefonat waren wir dann doch ein wenig aufgeregt. Was müssen wir noch planen, organisieren, besorgen? Viel Zeit bleibt schließlich nicht. Hinzu kommt, dass in NRW am Montag ein Feiertag ist. Heute ist also die letzte Gelegenheit zum Einkaufen.
Als erstes meldeten wir uns am Dortmunder Flughafen für Sonntag-Nachmittag zum kostenpflichtigen PCR-Test an.
Anschließend ging es fix auf Notfall-Vorratseinkauf. Ein paar (oder auch ein paar mehr) Snacks, haben wir bei exotischen Reisen lieber immer für Notfälle im Gepäck. Dazu noch ein wenig Sonnencreme.
Anschließend wurden ein paar Reiseberichte im Netz durchstöbert. Meist bekommt man da ja die besten Infos, was wirklich gebraucht wird. In Reiseführern wird ja gerne mal der WorstCase angenommen…
Dabei stießen wir dann darauf, dass Südafrika eigene Stromadapter benötigt. Genau dieser war in unserem Multipack natürlich nicht bei, und NoBite gegen (Malaria)Mücken darf auch auf keinen Fall fehlen.
Wir fuhren also zu einem Einkaufszentrum in der Nähe. Real, ein Elektronik-Fachmarkt und eine Apotheke, alles unter einem Dach, das sollte doch wohl passen. Von wegen! Weder bei Real noch beim Elektromarkt gab es den passenden Adapter. Die Regale für Reiseadapter sind generell ganz schön leer. War das schon immer so oder liegt das auch an Corona? Die Apothekerin hatte leider kein NoBite und kannte sich auch mit Lopedramid (gegen Durchfallerkrankungen) nicht wirklich aus. Wir steuerten dann lieber mal eine weitere Apotheke an. Unterwegs noch schnell ein Schlenker zum nächsten Elektronik-Markt, aber auch hier gab es keinen richtigen Stecker. Die nächste Apotheke konnte uns schon mal mit Loperamid und Buscopan helfen, aber NoBite musste aus einer anderen Apotheke bestellt werden. Wir dürfen es am Dienstag abholen. Hoffentlich klappt das! Für den Stromadapter wählten wir dann Amazon mit garantierter Lieferung am Dienstag…ich hab ja schon so meine Zweifel. Immer wenn wir etwas bestellen was dringend gebraucht wird, geht es dann doch irgendwie schief….
Den freien Sonntag nutzten wir bis zum PCR Test für eine Cachetour im Paderborner Land. So kurzfristig zu buchen nimmt einem irgendwie die Vorfreude und so war es alles doch noch ein wenig unrealistisch…
Als wir dann aber am frühen Abend am Flughafen zum Testen waren, wurde es langsam realistischer.
Erst als wir am Montag dann aber das negative Test-Ergebnis per Email erhalten hatten, freuten wir uns wirklich. Da konnten wir dann auch entspannt anfangen, die Koffer zu packen. Apropro Koffer, da Andrés Koffer noch in Wolfsburg war, mussten wir uns ganz spontan noch einen ausleihen. Uns Vielreisenden wird das auch kaum einer glauben.
Die Koffer füllten sich zügig. Dienstag morgen ging es noch fix zur Apotheke. Das NoBite wurde tatsächlich geliefert. Sehr schön! Nur Amazon hat es natürlich nicht mehr rechtzeitig geschafft. Wir haben dann mal die Nachbarn informiert und werden wohl am Flughafen schauen müssen.