Das lange Pfingstwochenende wollten wir mal wieder nutzen, um die Familie zu besuchen. Da André Ende des Monats Geburtstag hat und wir danach auch gleich in den Urlaub fahren, die beste Gelegenheit… Um die 4 freien Tage sinnvoll zu nutzen, entschieden wir, uns endlich mal um seltenere Wertungen bei Earthcaches zu kümmern. Im Vorfeld hieß das natürlich viel Vorbereitung… Die einzelnen Statistiken vergleichen, zeitlich machbare Abstecher einbauen und vor allem, darauf zu achten, dass diese Caches auch ohne extreme Ausrüstungen möglich sind… Nach ca. 2 Wochen intensiver Recherche stand nun eine ansprechende Planung.
Da André bis Donnerstagabend noch auf einer Dienstreise war, ergab sich dieses Mal nicht die Möglichkeit, Juckel im Voraus zu beladen. Für diese Tour lohnten sich aber auch keine Fahrräder und so entschieden wir, alles ins normale Auto zu packen und dann an Juckels Stellplatz zu verladen. Zum Glück hatte ich heute zeitig Feierabend, sodass wir bereits um 14 Uhr bei Juckel standen. Das Einräumen ist inzwischen eingespielt, alles hat seinen festen Platz und so dauerte es nicht lange, bis wir los konnten.
Unser erstes Ziel war die Innenstadt von Paderborn. Demnach mussten wir uns einige Kilometer über die stauberühmte A44 quälen. Zum Glück lief es dann aber hinter dem Kreuz Unna-Ost und wir kamen gut vorwärts und erreichten Paderborn gegen 16 Uhr. In Paderborn war es noch ein relativ entspannter Earthcache. Wir konnten keine 50 Meter entfernt vom Cache parken und mussten nur eine Sandprobe aus dem dortigen Fluss nehmen und 3 relativ simple Fragen beantworten. Das kostete wenig Zeit und bei bestem Wetter machte es sogar Spaß, die irritierten Blicke vorbeigehender Spaziergänger auszuhalten. Anschließend besuchten wir noch zwei lange gelöste Mystery Caches im näheren Umkreis, was dann aber doch mehr Zeit gefressen hat, als ursprünglich geplant…
Ab hier ging es nun gänzlich ohne Autobahn weiter. Das nächste Ziel war dann das ca. 1 stündig entfernte Hofgeismar. Die Fahrt über Landstraßen zog sich und so war es bereits 18:30 Uhr, als wir den kleinen Wanderparkplatz erreichten. Von hier ging es nun auf eine ca. 3 Kilometer lange Wanderung. Natürlich artig den Berg hinauf… Durch das angenehm warme Sommerwetter machte es uns aber wenig aus. Mit ein paar Beifang Caches erreichten wir eine Steinwand, an der es Fossilien zu finden galt. Eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe, die uns einige Zeit kostete. Erst als wir das Gefühl hatten, alle Fragen des Earthcaches gescheit beantwortet zu haben, gingen wir einen anderen Weg zurück, um noch ein paar weitere Cachepunkte mitzunehmen.
Zurück bei Juckel schauten wir, welche Schlafmöglichkeiten es nun im weiteren Verlauf gäbe… Zu Hofgeisamer gehört ein kostenfreier Stellplatz. Diesen steuerten wir dann natürlich als erstes an. Hier konnten wir dann auch gleich am Anfang unseren Wassertank auffüllen, dass hatten wir nämlich noch nicht geschafft. Blöd nur, dass der Wasserschlauch ganz hinten in der Garage lagerte und wir daher erst einmal alles ausräumen mussten… Immerhin nutzten wir dann auch gleich die Chance, die neue Zoombox für Tisch und Stühle neufestzumachen. Ausgerechnet da, wo man am schlechtesten dran kommt, hatten sich nämlich die Klettverschlüsse gelöst. Nach diesem peinlichen Auftritt und auch, weil der Platz gefühlt mit 40 Wohnmobilen übersäht war, suchten wir uns einen alternativen Schlafplatz…
Es kam wie es kommen musste. Der nächste Platz war natürlich bereits voll und auch der darauffolgende (eigentlich ein Landvergnügen Platz) war vollständig belegt. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich 3 und tatsächlich erreichten wir einen komplett freien Platz. Etwas abseits der Straße mit direktem Blick auf die Schafsherde. So lieben wir es :-). Und bis zum nächsten Cacheort sind es nur noch 10 Minuten zu fahren. Da haben wir dann gleich für morgen etwas Zeit gespart.
Wir planten noch ein wenig die weitere Tour und daddelten, um zu warten, dass es dunkel genug wird, als die Polarlicht-App auf dem Handy Alarm schlug. Hmm… seit Christi Himmelfahrt sind wir ja doch noch etwas stärker angefixt und so schauten wir mal, wo wir nach Norden eine gute Sicht erlangen könnten. Die Lichtverschmutzung hier hält sich auf jeden Fall gut in Grenzen… Es gäbe sogar einen recht guten Platz, aber natürlich versauten uns die Wolken mal wieder freie Sicht und nach einigem Hin und Her gingen wir dann gegen Mitternacht endlich ins Bett. Die Arbeitswoche war lang und die nächsten Tage haben wir spannendes Programm…

Am nächsten Morgen wurden wir leider nicht von den Schafen sondern von einer Baustelle auf der Straße geweckt… An einem Samstagmorgen muss das doch wirklich nicht sein… Naja, so hielt es uns dann nicht allzu lange im Bett und nachdem wir gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den 10-minütigen Weg zum Cache. Dieses Mal galt es, einen noch aktiven Steinbruch zu besichtigen. An Wochenenden wird hier nicht gearbeitet und da es keine explizierten Verbotsschilder gibt, kann man das noch gut machen. Wir zogen die dicken Wanderstiefel an und steuerten, natürlich wieder den steilen Berg hinauf, den Steinbruch an. Zugegeben, so richtig wohl war uns bei der Geschichte nicht. Immerhin stehen hier riesen Arbeitsfahrzeuge offen zugänglich herum und so ganz ungefährlich ist so ein Steinbruch schließlich auch nicht… Ob es daran lag, dass wir uns nicht wohl fühlten, weiß ich nicht, aber wir taten uns mit den Fragen enorm schwer… So dauerte es auch ewig, bis wir mit einem halbwegs brauchbaren Ergebnis weiterzogen. Wir stärkten uns ein wenig und lüfteten den armen Juckel. In der Sonne parkend hatte er schon mollig warme Temperaturen in den Innenraum gezaubert…
Nun hatten wir wieder eine einstündige „Entspannungs-Landstraßen-Fahrt“ vor uns. Das nächste Ziel hieß nämlich Alfeld.

In Alfeld angekommen mussten wir uns erst einmal einen alternativen Parkplatz aussuchen. Der angegebene war nämlich beim besten Willen nix für unseren Juckel. Dadurch hatten wir natürlich auch gleich wieder ein paar extra Meter gewonnen. Wie sollte es auch anders sein… natürlich ging es wieder einmal den Berg hinauf… Immerhin hatte man von oben eine tolle Aussicht. Die Fragen ließen sich deutlich besser beantworten oder wir waren einfach inzwischen voll im Thema Fossilien. Hier suchten wir auf einem Kalkscherbenacker. Erst nachdem wir ordentlich geflucht hatten zeigte sich endlich ein vorzeigbares Fossil. Na bitte, geht doch! So konnten wir dann auch endlich wieder zurück zu Juckel gehen.
Da wir (dank der Vorarbeit gestern) sehr gut im Zeitplan lagen, machten wir nun einen 30 minütigen Abstecher nach Einbeck. Hier gab es einen besonderen Virtual. Aufgabe war es, quer durch die Altstadt zu laufen und unterschiedliche Fragen zu beantworten. Im Hinterkopf erhofften wir uns, hier auch gleich etwas essbares zu finden ;-). Der Plan ging auf und der Weg führte uns direkt an einer Eisdiele vorbei. So gönnten wir uns eine Spaghettieis-Tüte, die wir auf dem Weg vor uns her schlürften. Yammi…

Als nächstes sollte es dann mit der Seilbahn auf den Wurmberg im Harz gehen. Dieser Plan ging dann aber aus Zeitgründen nicht mehr auf und wir steuerten stattdessen Goslar an. Hier führte uns ein Virtual zu 3 verschiedenen Orten, unter anderem auch dem Bergwerkmuseum. Schon von außen sah es sehr interessant aus und vielleicht machen wir mal wieder einen Abstecher her, um dieses Museum zu besuchen. Stattdessen fuhren wir nun doch weiter in den Harz hinein.
Der letzte Besuch im Harz war schon einige Jahre her und es war einfach nur erschreckend zu sehen, wie viele Bäume hier vom Borkenkäfer angegriffen und zerstört wurden. Viel ist von einigen Gebieten nicht mehr übrig :-(. Eine Folge des ewigen Klimawandels?
Wir fuhren durch die vielen kleinen Touristenorte bis Braunlage. Hier hatten wir uns erneut eine kleine Wanderung herausgesucht und trafen just am Cache auf andere Geocacher. Sie suchten schon eine Weile einen Tradi, den ich zugegebenermaßen gar nicht auf dem Schirm hatte :-D. Da sie ihn gerade fanden, als wir sie erreichten, konnten wir uns fix mit im Logbuch verewigen…
Für heute hatten wir nun genug Geocaches besucht und wollten noch ein wenig Strecke machen. Morgen stand schließlich der Familienbesuch auf dem Programm und noch waren es gute 3 Stunden Fahrt. Auf etwa der halben Wegstrecke suchten wir dann mal nach einem adäquaten Schlafplatz. Hier im Osten der Republik sind viele Orte so klein, da lohnen sich einfach keine Stellplätze und vorher im Harz war Übernachten auf sämtlichen Parkplätzen verboten… und da wir ja inzwischen mitten in der Saison sind, gehen wir mal stark davon aus, dass es regelmäßig kontrolliert wird… Wir hatten kurz vor Aschersleben nun einen netten Parkplatz von einem Sportverein entdeckt. Im dazugehörigen Ort Seeland am Concordiasee kauften wir fix noch ein paar fehlende Lebensmittel nach. Heute Abend sollte nämlich unbedingt der Grill angeworfen werden… Als wir dann aber am Parkplatz ankamen, war dieser abgesperrt. Die Schilder waren etwas uneindeutig, aber direkt neben Wohnhäusern gefiel es uns hier eh nicht so richtig. Schnell checkten wir Park4night nach Alternativen und entdeckten ein wenig außerhalb noch einen gut bewerteten Parkplatz auf der anderen Seite des Sees. Also fuhren wir noch eine weitere Viertelstunde über Landstraßen. Ich gebe zu, durch den immer größer werdenden Hunger war ich inzwischen etwas genervt und hatte Sorge, dass es dort voll wird und wir nicht grillen können. Umsonst gesorgt… Hier standen zwar schon 3 andere Camper, aber es war so viel Platz, dass wir uns recht weit abseits von ihnen auf eine ebene Schotterfläche stellen konnten. Perfekt. Auch sonst waren nur 2 PKWs dort und die Besitzer waren gerade auf dem Rückweg vom See. Als sie dann (endlich) abgefahren sind, schmissen wir augenblicklich den Grill an. Die Wartezeit, bis die Würstchen fertig waren, verging beim Salatschnippeln im Nu und endlich konnten wir bei bestem Sonnenuntergangswetter essen.
Anschließend gab es dann auch gleich noch eine warme Dusche zur Belohnung und wir nutzten das herrliche Wetter, um Juckel anschließend ordentlich zu lüften. Nur die Benutzung der Fliegengitter war extrem wichtig. Durch die Nähe zum See flogen hier doch einige Viecher und als wir kurzweilig vergessen hatten, die Schutztür der Schiebetür zu schließen, kamen einige der Viecher ins Auto… So spielten wir am Abend noch „such und schlag mich“ :-D.
An sich blieb es auch ruhig. Nur einmal kurz kamen ein paar Jugendliche mit ihren Rollern, drehten eine Runde und verabschiedeten sich wieder. Genau wie zwei Jugendliche in einem getunten Auto mit dickem Bass… Wir waren wohl zu langweilig und zum Glück zogen sie nach wenigen Minuten weiter.
Eine entspannte Nacht wartete auf uns…

Am nächsten Tag ging es dann auch zeitig los zu Andrés Eltern. Hier verbrachten wir einen schönen Feiertag mit reichlich gutem Essen. Erst spät am Abend fuhren wir ab und steuerten unseren Standartplatz für die Besuche in Bad Helmstedt an. Uff, zu Weihnachten standen wir hier ganz alleine. Im Februar waren wir zu 3. und nun stehen bereits 7 WoMos auf allen halbwegs ebenen Flächen… Natürlich blieb für uns nur eine etwas schiefere Fläche, aber wir hatten zumindest genug Abstand zu den anderen. Leider sollte sich das aber im Laufe des Abends noch ändern und wir bekamen noch 3!! weitere Nachbarn, die teils echt eng parkten. Ich hasse so etwas!!! Zum Glück waren sie alle ziemlich ruhig.
Morgens passte es dann glücklicherweise auch und wir wurden nicht von anderen geweckt. Ich glaube fast, dass wir eher die anderen geweckt haben :-D. Selbst schuld, warum parkt man auch so dicht???
Aber wir hatten noch einiges vor und nachdem wir gefrühstückt hatten, machten wir uns gleich auf zum Gallberg bei Hildesheim. Hier wartete noch einmal eine etwas längere und anspruchsvolle Wanderung für einen weiteren Earthcache auf uns. Da das Wetter absolut top war, machte es einfach nur Spaß, sich die vielen Kalorien vom Vortag abzulaufen. Die Fragen zu diesem Cache waren auch mal wieder deutlich entspannter und so ging es einfach flott von der Hand. So flott, dass wir kurzerhand entschieden, auf dem Rückweg noch zwei weitere Abstecher einzuschieben… Wie das dann immer so ist… die Umwege abseits der Autobahn sind deutlich langwieriger als gedacht und auch die Caches dauerten deutlich länger. Bei einem hatten wir nämlich das Problem, dass ein umgestürzter Baum den Weg versperrte und beim anderen war die Wanderung an sich viel länger und steiler als gedacht… Wie sagt man so schön “ sah auf der Karte irgendwie flacher aus“. Jetzt waren wir aber schon mal hier und dann ziehen wir das auch durch!
Dementsprechend waren wir nur deutlich später und viel müder zu Hause als geplant… Aber hey, ist ja kein Problem. Es ist erst Montag Abend und wir wollen erst am Freitagmittag wieder los… So richtig geplant ist die Route in Österreich noch nicht, wir müssen noch alles waschen, Juckel putzen und wieder einräumen und ganz nebenbei noch ein paar Stunden arbeiten :-D… Aktuell haben wir offenbar ein klein wenig Freizeitstress… Wir nahmen uns heute auf jeden Fall fest vor, egal wie schön das Wetter wird, das Wochenende nach unserem Österreichurlaub bleiben wir zu Hause. Mal schauen, ob wir uns dran halten ;-).