Die Anreise 02.11.2021
Um 15:30 Uhr wurden wir nun zu Hause abgeholt und zum Dortmunder Hauptbahnhof gebracht.

Mit dem ICE ging es für uns nun in etwas mehr als 2 Stunden nach Frankfurt zum Flughafen… natürlich hatte der Zug mal wieder ein paar Minuten Verspätung, aber das kalkuliert man inzwischen ja grundsätzlich ein!
Am Flughafen-Bahnhof angekommen war nur wenig los. Da wir mit Lufthansa fliegen hatten wir das große Glück, die Koffer schon sehr zeitnah aufgeben zu können. Bei anderen Airlines muss man sie durch die ewig langen Gänge bis ins Terminal-Gebäude bringen und kann sie dann dort erst abgeben.
So machten wir uns dann ohne Koffer auf den Weg. Auch im Terminal-Gebäude war wenig los. Wir waren vor fast 2 Jahren das letzte Mal an einem Flughafen. Wahnsinn! Früher sind wir 3-4 mal im Jahr geflogen… blödes Corona…
Da man am Flughafen generell nicht so viel machen kann, sind wir zeitnah zur Sicherheitskontrolle. Von vergangenen Flügen kennen wir schon, dass wir für zusätzliche Sprengstoff-Kontrollen gerne als Opfer ausgewählt werden und planen daher gerne etwas mehr Zeit ein.
Irgendwie fehlte dieses Mal allerdings die Warteschlange und wir waren ein wenig verdattert, als wir direkt loslegen durften, die Sachen alle ordentlich aufs Band zu legen. Keiner Drängelte von hinten. Ein komisches Gefühl, alles mal ganz entspannt auszupacken. Der Sicherheits-Mitarbeiter schaute uns ebenfalls irritiert an und fragte, ob wir wirklich nach Johannesburg fliegen wollen. Er hätte nichts Gutes von dort gehört…. Mhh, wir haben in den letzten Tagen einiges gelesen, eine Warnung oder Ähnliches aber nirgends entdeckt.
Nun waren wir im Sicherheitsbereich. Noch immer ein wenig überrascht von der entspannten Abfertigung, überlegten wir nun, was wir mit der verbliebenen Zeit noch machen könnten. Klar, Getränke zu überzogenen Preisen kaufen. Das ging auch noch überraschend einfach. Ansonsten hatten hier aber nahezu alle Läden geschlossen und die Rolltore vor den Schaufenstern ermöglichten nicht mals einen Schaufensterbummel. Es war insgesamt gespenstisch leer. Auf dem Weg zum Gate war wirklich fast alles geschlossen. Auch an den vielen anderen Gates war überhaupt nichts los. Kaum andere Menschen und wir hegten erste Zweifel, ob es mit dem Start der nächsten Corona-Welle wohl wirklich so die richtige Entscheidung war eine Fernreise zu machen.
Einen offenen Technik-Laden haben wir dann doch noch entdeckt. Für den passenden Strom-Adapter wollte der dann sportliche 20 Euro haben. Wir haben mal drauf verzichtet und hoffen einfach, dass die Hotels Adapter anbieten oder wir vor Ort noch nachkaufen können.
Erst das letzte Gate vor unserem war gefüllt. Hier startete kurz vor uns ein Flug nach Singapore und demnach waren dort zu 95 Prozent Asiaten im Wartebereich, wobei der Wartebereich ziemlich leer wirkte. Gruseliger war allerdings, wie sich die Asiaten wegen Corona „verkleideten“. Fast alle hatten weiße Einweg-Overalls an, über die FFP2 Maske noch ein Gesichtsschild und selbst an den Händen hatten sie Einweg-Handschuhe. Wir kamen uns da „nur“ mit unseren Masken irgendwie leichtsinnig vor.

Endlich erreichten wir unser Gate. Unsere Reisebegleiterin Franzi war schnell ausgemacht und mit ihr warteten schon die ersten Mitreisenden: Helmut und Katrin1. Nach einer kurzen Begrüßung merkten wir schnell, dass Franzi ganz schön im Stress war. Ein (eigentlicher) Mitreisender hatte zuvor statt des PCR-Tests nur einen ganz normalen Schnelltest gemacht und durfte überraschender Weise nicht von Berlin nach Frankfurt fliegen und Franzi versuchte noch alles zu arrangieren, damit der Kollege nachreisen kann. Zuerst wurde ein Speed-PCR Test (ordentlicher Exprapreis!) gemacht, allerdings kam auch das Ergebnis nicht mehr rechtzeitig, der Flieger war weg. Mit dem nächstmöglichen Flug war ein Erreichen unseres gemeinsamen Flugs nun auch nicht mehr möglich und das Nachreisen hätte noch mal ca. 1300 Euro mehr gekostet. Ergebnis: Unsere kleine Gruppe wurde um einen Mitreisenden ärmer. Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Währenddessen lernten wir auch Ina und Kathrin2 kennen und schwupps war die Kleingruppe schon vollständig. 6 Teilnehmer plus Begleitung nenn ich mal wirklich übersichtlich. Vielleicht sind da doch ein paar individuellere Wünsche möglich 🙂

Gegen 21:30Uhr begann nun das Boarding und der Flieger wurde überraschenderweise zumindest in der günstigen Flugkategorie ziemlich voll. Die Hoffnung auf etwas mehr Platz durch einen freien Platz in unserer Reihe war damit gestorben.
Nun heißt es die nächsten 10,5 Stunden mit Maske (die wir seit Betreten des Zuges nicht mehr wirklich absetzen durften) weiter tragen und auf kleinem Raum versuchen, irgendwie zu schlafen.
Zum Glück zählt Lufthansa noch zu den besseren Airlines, denn hier gibt es kostenfreie Kissen und Decken und auch das Entertainment-Programm ist relativ groß.
Durch den Nachtflug verging die Zeit tatsächlich überraschend gut und wir konnten beide ein paar Stündchen schlafen.
Ankunft in Johannesburg und Weiterfahrt nach Pretoria

In Johannesburg landeten wir dann am nächsten Morgen (3.11.21) gegen 09:30 Uhr. Südafrika hat durch die südliche Lage gerade einmal eine Stunde Zeitverschiebung zu uns, sodass der nervige Jetlag bei dieser Reise ausbleibt.
Bevor wir aus dem Flugzeug aussteigen durften, wurde uns das neue „Corona-Aussteigen“ erklärt. Reihe für Reihe wird das Flugzeug nun von Vorne nach Hinten leergeräumt. Bis die eigene Reihe dran ist, hat man geduldig auf dem Platz sitzen zu bleiben und das Handgepäck in den Gepäckfächern zu lassen. Überraschenderweise haben sich wirklich alle!! daran gehalten und es ging sogar relativ zügig voran.
Nun folgten die Einreisekontrollen: Reisepass, Corona-Test, Impfnachweis, Temperatur-Kontrolle. Es hat schon einige Zeit gedauert, ehe wir durch alle Stationen gewandert waren. Hier ist die Problematik, dass man vorher gar nicht weiß, was wann wo abgefragt wird und nicht alle einwandfrei Englisch verstehen aber mit Händen und Füßen schafften es alle vor uns durch die Kontrolle. Bei uns gab es dann keinerlei Probleme und wir durften endlich unsere Koffer abholen.

Nachdem alle aus der Gruppe ihre Koffer hatten, ging es erst einmal aus dem Sicherheitsbereich heraus. Wir lernten unseren Fahrer und Guide Frans direkt an der Statue von Oliver Tambo (früherer Politiker gegen die Apartheid und Namensgeber des Flughafens) kennen. Praktisch, genau dort konnten wir auch den ersten Geocaching-Punkt für Südafrika erhaschen.
Bis wir den Flughafen dann endgültig verlassen haben, dauerte es doch noch ein ganzes Weilchen…Pinkel-Pause, Geldtauschen….mit Mehreren dauert es einfach etwas länger.
In der Tiefgarage wurden dann die Koffer in einen kleinen Gepäck-Anhänger verladen und jeder bekam einen festen Platz im Minibus zugewiesen. Zum Glück blieb einer mehr frei, und so konnten André und ich uns ein wenig verteilen. Beinfreiheit haben diese Busse nämlich keinesfalls!
Erstes Ziel war dann auch noch die Zentrale der Busfirma. Frans hatte leider die Kühltasche für Getränke vergessen und da wir aktuell ca. 30 Grad Lufttemperatur haben, macht es Sinn, Getränke zu kühlen.
Ziel des Tages war das ca. 70km entfernte Pretoria. Dazu ging es nun über die Autobahn 3 in nördliche Richtung. Es dauerte nicht lange und wir hielten ein erstes Mal an. Auf einem kleinen Parkplatz galt es zum ersten Mal die Jacaranda-Bäume in voller Blüte zu bestaunen. Die Blütezeit beträgt gerade mal 2 Wochen und so hatten wir großes Glück, diese große Naturschönheit zu betrachten. Ursprünglich wurden sie aus Brasilien importiert.

Anschließend kauften wir im nahegelegenen Einkaufszentrum beim Vorort Modderfontain ein paar Snacks und Getränke für die nächsten Tage. Schon jetzt war für uns klar, dass dieser Urlaub für uns anders werden wird, denn bis alle eingekauft und wieder zurück am Bus waren (es gab allerdings auch keine Zeitvorgabe) dauerte es ewig! Wenn wir alleine unterwegs sind, versuchen wir solche Pausen immer möglichst kurz zu halten um möglichst viel vom Land zu sehen…

Nun ging es an der Skyline von Johannesburg vorbei. Wobei Skyline eigentlich nicht das richtige Wort ist, denn wirklich hohe Gebäude gibt es hier gar nicht. Das Carlton Centre ist mit 223m das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre.

Als wir dann Pretoria erreicht haben, ging es zunächst in eine wunderschöne Parkanlage „Magnolia Dell“ nahe des Uni-Geländes. Hier saßen wir auf einer schönen Terrasse, hinter uns sprühte immer wieder Wasser aus Düsen um die Luft ein wenig zu befeuchten und abzukühlen und aßen unsere erste Mahlzeit in Südafrika. Das kleine Restaurant ist sehr zu empfehlen. Bezahlt wird übrigens mit südafrikanischen „Rand“.
Frisch gestärkt ging es nun ins Regierungsviertel zu den Union Buildings Gardens. Südafrika hat 3 Hauptstädte: Pretoria=Sitz der Regierung; Kappstadt =Sitz des Parlaments und Bloemfontain =Sitz des Obersten Berufungsgerichts.

Schon das Viertel machte einen ganz anderen Eindruck. Die großen Villen waren alle gut durch Zäune gesichert und die Straßen waren voll mit blühenden Jacaranda-Bäumen. Eine herrliche Augenweide! Deshalb wird Pretoria auch „Jacaranda-City“ genannt.

Die Union-Buildings, also der Sitz der südafrikanischen Regierung, sind aus hellem Sandstein. Besichtigt werden dürfen sie leider nicht. Dafür kann man aber in den vorgelagerten Gärten spazieren gehen. In der sehr gepflegten (und für uns überraschend grünen Anlage) stehen mehrere Statuen, natürlich eine Statue von Nelson Mandela, dem ersten schwarzen Präsidenten. Außerdem gibt es ein paar Kanonengeschütze zu sehen.

Im Park waren ein paar Einheimische für Fotos oder zum „chillen“. Alles sehr friedlich und ruhig. An der Straße oben gab es ein paar kleine Verkaufsstände. Die Verkäufer waren überhaupt nicht aufdringlich und unser erster Eindruck von Südafrika ist sehr positiv ausgefallen.

Nach einer schönen Runde durch den Park ging es nun zum Hotel in die Stadt, schließlich haben wir alle einen langen Tag hinter uns. Da das Hotel eine Dachterasse mit Pool hat, nutzten wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages für ein kleines abkühlendes Bad.

Abends trafen wir uns dann alle zum Abendessen auf dieser Terasse und konnten den Sonnenuntergang beobachten. Sehr schön 🙂

Wir lauschten ein paar Geschichten von Frans über Südafrika, und stießen mit dem Nationalgetränk „Springbokkie“ (Minzlikör mit Amarula) auf einen schönen Urlaub an. Danach ging es dann aber für uns alle ins Bett.

























