Gestern Abend haben wir noch zufällig mit einem deutschen Pärchen über die Wanderungen Preikestolen und Trolltunga gesprochen. Sie haben uns versichert, dass die Wanderung an der Trolltunga zwar um einiges länger aber definitiv nicht so anstreng wäre, weil es nicht so viele Steinstufen zu überwinden gibt. Zudem soll es nicht so überlaufen sein. So richtig verabschiedet haben wir uns von der Wanderung die ganze Zeit nicht und so haben wir nun entschieden, dass wir Odda erneut ansteuern um die Wanderung zur Trolltunga anzugehen.
Diesbezüglich mussten wir unsere Reiseroute ein wenig anpassen und einige Kilometer wegkloppen.
Als wir heute Morgen nun aufgestanden sind, schien nicht einmal die Sonne. Wir machten uns fertig und fuhren wieder zeitig ab. André hatte im Reiseführer einiges über das Künstler-Örtchen Balestrand gelesen und so wollten wir dieses als Haupt-Zwischenziel ansteuern. Immerhin waren es 191 Kilometer mit einer ungefähren Zeitangabe von 3,5 Stunden. Hier gibt es nun mal keine deutschen Autobahnen und im Schnitt sind maximal 70-80 Km/h erlaubt…
Zunächst einmal ging es aus der Einbahnstraße wieder zurück nach Olden. Wir hielten noch einmal kurz am Rastplatz und verabschiedeten uns vom weit entfernten Briksdaalsbreen Gletscher. Mit den vielen grauen Wolken gar nicht so gut zu erkennen…

Schon bald erreichten wir die E39, der wir immer weiter folgten. Kurz vor dem Ort Skei entdeckten wir auf der rechten Seite ein Geschäft namens „Julehuset“, wo nur Weihnachtsdeko im Schaufenster zu sehen war. Wir suchten uns spontan einen Parkplatz (immerhin waren wir schon über 1 Stunde ohne Pause unterwegs) und bummelten durch das große Geschäft. Hier gibt es tatsächlich das ganze Jahr über Weihnachtsdeko :D. Einige Produkte kamen uns von Discountern wie Tedi, Action und Co sehr bekannt vor, doch entdeckten wir natürlich noch ein paar uns bisher unbekannte Elche, die unbedingt mit nach Deutschland wollten ;).


Nun ging es über die E5 weiter. Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir den Boyabreen Gletscher. Anders als beim Briksdaalsbreen muss man hier nicht hinwandern. Es war auch ganz gut, denn in dem grauen Himmel war die Sicht nicht ganz so spektakulär. Wir machten ein paar Fotos und dann ging es auch schon weiter.

Nun fuhren wir weitere 2 Stunden, zunächst weiter auf der E5, später dann auf der E13. Der Blick auf die Fjorde war heute bei dem grauen Wetter wenig spannend und zwischendurch wechselte sich die Sicht immer mit dunklen Tunnelpassagen ab. Zudem fing es immer wieder an zu regnen. Eigentlich das perfekte Wetter um Strecke zu machen.
Kurz vor Balestrand ging es dann noch einmal auf eine kleine Fähre von Hella nach Dragsvik. Hier lernten wir dann mal schwarzes Wasser mit grauem Regen kennen. Auf den Fotos sieht es sogar gut aus, aber die Urlaubslust war in dem Moment doch ein wenig getrübt.

Endlich waren wir in Balestrand angekommen. Es regnete ordentlich und windete dabei. Und so wie das Wetter war, enttäuschte uns der Ort dann auch irgendwie. So richtig viel Schönes zu entdecken gab es einfach nicht. Wir drehten zwar eine kleine Runde zu Fuß aber den empfohlenen Charme aus den Reiseführern konnten wir einfach nicht spüren. Dieser Ort hat seinem Namen „strand“ heute jedenfalls keine Ehre gemacht.

Wir aßen eine Kleinigkeit ehe es dann weiter ging. Das nächste anvisierte Ziel war Bergen. Allerdings spuckte Google eine weitere Fahrtzeit von fast 4 Stunden aus. Mal schauen, wie lange wir noch Lust haben…
So ging es wieder auf die E39 immer am Sognefjord entlang. In Lavik stiegen wir erneut auf eine kurze Fähre nach Oppedal rüber. Wir folgten der E39 weiter. Immer wieder ging es durch lange Tunnelpassagen. Hinter dem Masfjordtunnel hatten wir dann endgültig die Nase voll für heute. Immerhin hatten wir schon weitere 130 Kilometer und knapp 3 Stunden Fahrtzeit hinter uns gebracht. Wir schauten uns auf einem kleinen Rastplatz die Karte an und entdeckten einen kleinen Platz bei N 60.83388553115426, E 5.581835714173293. Kur vor der Fjon Fjellkirke entschieden wir uns, die Nacht zu verbringen.

Der Platz war herrlich ruhig. Ganz ganz selten kam ein einzelnes Auto vorbei. Das einzig Laute war weiterhin der Regen, der auf das Autodach prasselte. Wir kümmerten uns zunächst einmal um die Nahrungsaufnahme. Da es schon recht spät war und schnell gehen sollte, gab es zur Abwechslung mal wieder ein paar Nudeln 😉
Anschließend hieß es dann Füße hochlegen, entspannen und auf besseres Wetter für die nächsten Tage hoffen! Drückt uns mal die Daumen!