Heute viel es uns schwer aufzustehen und Abschied zu nehmen. Der Platz war schön, das Wetter spielt mit und eigentlich wollen wir noch gar nicht aus Norwegen raus. Aber leider wird es Zeit und so machen wir uns dann doch irgendwann auf in Richtung Oslo. Unterwegs wurde noch einmal für 2,60 Euro pro Liter Diesel nachgetankt und dann ging es über langweilige Schnellstraßen bzw. Autobahnen auf Oslo zu. Dort haben wir noch ein paar kleine Abstecher für die letzten, noch unbesuchten Bundesländer Norwegens gemacht. Auf die Großstadt hatten wir heute allerdings keine Lust und so ging es anschließend weiter Richtung schwedischer Grenze.
Doch bevor wir das Land verlassen, müssen natürlich noch diverse Vorräte gefüllt werden und so steuerten wir einen Rema1000 an. Hier füllten wir den Einkaufswagen mit Bamsemums und Lakritz :-D.
Nebenan war noch ein Europris und irgendwie wollten wir dort auch mal vorbei schauen. Dieser entpuppte sich allerdings eher als Ramschladen statt Supermarkt aber gleich zu Beginn entdeckten wir zwei schöne Puzzle für gerade einmal 5 Euro das Stück. Da kann man nicht so viel verkehrt machen und schwupps wurden sie gekauft. Hoffen wir einfach mal, dass die Qualität nicht ganz so schlecht ist…
Bevor wir vom Parkplatz fuhren wurde noch einmal die Geocache Karte geöffnet. Gerade einmal 3 Kilometer entfernt plöppte wieder ein Virtueller Cache auf. Softis pa Nesset. Moment Softis? Softis wie Softeis? Schnell wurde das Listing geladen und tasächlich. Für diesen Virtuellen Cache muss man zu den Listingkoordinaten fahren und ein Softeis essen. Ja also wenn ich schon so dazu gedrängt werde, dann müssen wir das doch machen und schwupps steuerten wir das WoMo dorthin.

An einem kleinen See gelegen steht eine recht geräumige Softeis-Bude. Hier gibt es viel mehr Auswahl, als wir bisher in ganz Skandinavien hatten. Nicht nur zig verschiedene Toppings, nein, sogar das Softeis hatte verschiedene Geschmacksrichtungen. Das definitiv letzte Softeis in Norwegen stellte uns noch einmal vor eine große Qual der Wahl.

Mit dem leckeren Eis in der Hand wurde natürlich erst das Beweisfoto geschossen und dann setzten wir uns mit Blick auf den schönen See auf eine Bank und schlabberten das Eis. Schlabberten ist der richtige Ausdruck, denn durch die plötzlich sehr sommerlichen Temperaturen (beim Autofahren müssen wir tatsächlich die Klimaanlage anmachen), läuft das Eis ganz schön schnell weg…. wenn es nicht so lecker wäre, würde ich gerne auf diese Sauerei verzichten.
Über Park4night haben wir uns nun noch eine Entsorgungsstelle ausgesucht und landeten damit ein wenig abseits bei einem Wohnmobil-Händler. Alles in super gutem Zustand und erneut völlig kostenfrei. Herrlich!
Ein letztes Mal wurde noch getankt, dieses Mal schon nur noch für 2,30 €. Also 30 Cent weniger als heute Morgen. Das ist schon heftig, aber wir haben in der ganzen Zeit auch keine Logik hinter den Preisen entdeckt. YX Tankstellen kamen uns immer günstiger vor, als die anderen größeren Ketten. Wer aber glaubt, dass es auf dem Land teurer wäre als in der Stadt, der täuscht sich. Hin und wieder ist es eher wie Lottokugeln ziehen ob der Preis günstig, teuer oder durchschnittlich ist…
An der Grenze zu Schweden in Svinesund machten wir noch einmal einen Zwischenstop. In brütender Sommerhitze machten wir uns auf zu einer kleinen Tankstelle, in der wir das TaxFree einlösen konnten. Hier wollte niemand die gekauften Sachen sehen und es war völlig unkompliziert. Hoffen wir mal, dass das Geld recht fix auf unsere Kreditkarte überwiesen wird.

Um 14:30 Uhr fuhren wir dann völlig unspektakulär mit einem Tränchen im Auge aus Norwegen raus. Für Schweden hatten wir uns keine wirklichen Ziele gesetzt. Spontan entschlossen wir, einen schönen ruhigen Spot an einem Badesee anzusteuern und es uns dort noch ein wenig gut gehen zu lassen.
Allerdings war es genau in diesem Gebiet entlang der Hauptreiseroute gar nicht so einfach, überhaupt etwas am See abseits der Straßen zu finden. Wir steuerten einen ersten Platz an. Hier war es dann aber zur frühen Nachmittagszeit natürlich rammelvoll und so hatten wir keine Chance auf einen Parkplatz. Park4night wurde nach Alternativen befragt und so fuhren wir noch einmal 40 Minuten weiter nach Getskär (Stora Höga).

Hier sah es dann schon besser aus. Ein offizieller, aber kostenfreier WoMo Stellplatz, der sogar noch ein Plätzchen für uns frei hatte. Ok, die erste Reihe mit Blick aufs Wasser war belegt aber das störte uns jetzt nicht so sehr.

Schnell sprangen wir in unsere Schwimmsachen um die Spätnachmittägliche Sonne zu genießen. Eine tolle Liegewiese grenzt fast direkt an den Parkplatz an. Auch hier war nicht soo viel los. Einziges Mancko, wir hatten mal wieder Ebbe und mussten ziemlich weit ins Wasser hineinlaufen. Da kann der Platz aber nichts zu. Endlich mal Sonne und Baden, wir hatten schon gedacht, die Badesachen völlig umsonst mitgeschleppt zu haben.
Mit einer leichten Briese war es hier einfach herrlich. Nicht zu heiß, nicht zu kalt und so blieben wir bis 19 Uhr mit unseren E Books am Strand. Erst als sich das Hüngerchen stärker bemerkbar machte, packten wir zusammen.
Allerdings hatten wir ein ungutes Gefühl hier mit Holzkohle zu grillen. In Südschweden ist die Waldbrandstufe nämlich schon auf 3 und wenn wir die Wiesen vergleichen, sieht es hier schon recht verbrannt aus. Wir versuchten im Netz zu recherchieren als ein Wohnwagen kam. Der Mann gegenüber im WoMo, ein Schwede, ging dazu und erklärte etwas. Ok, offenbar hat der mehr Ahnung und kennt auch den Platzwart. Wir gingen einfach mal hinüber und er bestätigte unsere Vermutung. Grillen mit Holzkohle ist zwar nicht verboten, wird aber nicht gewünscht und kann im Zweifel ziemlich teuer werden. Aber Camper haben ja den Ruf, besonders offen und hilfsbereit zu sein und schon bot er uns seinen Gasgrill an. Im Gegenzug hätten wir unsere verbleibenden Würstchen gerne geteilt, aber seine Frau hatte schon anderes Fleisch vorbereitet. So durften erst wir den Grill nutzen und danach haben sie sich dann selbst das Abendessen zubereitet. Was für ein Glück. Schon wieder Nudeln oder Konserven hätten wirklich nicht sein müssen.

Wir saßen nun gemütlich vorm WoMo und freuten uns über die Würstchen. Zwischendurch kam dann auch der Besitzer des Platzes auf einem Golfkart vorbei. Bei Park4night wurden wir schon „vorgewarnt“. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, was andere für Probleme mit ihm hatten. Er war super freundlich, erklärte, warum man sein Fahrzeug ggf. noch einmal drehen sollte, nämlich damit man im Falle eines Brandes schnell wegfahren kann (für uns sehr gut nachzuvollziehen). Auch sonst konnte er sogar ein wenig Deutsch. Wir können die teils merkwürdigen Bewertungen daher keinesfalls nachvollziehen und fühlten uns hier (vor allem weil es wieder mal umsonst war) sehr willkommen. Auch störte uns die leichte Campingplatz-Atmosphäre nicht, denn hier war es keineswegs spießig und jeder nahm Rücksicht auf den Anderen.

Beim Einräumen nach dem Essen wunderten wir uns über einen komischen Gestank der aus dem Schrank unter der Spüle kam. Hier unten liegen neben einem Kehrblech doch eigentlich nur die Souvenirs, die wir für TaxFree gestern vorsorglich in einer Tüte gesammelt haben. Ähh? Die neuen Sachen in der Tüte sind ja ganz nass! Na klasse, unser Montags-Wohnmobil hat offenbar einen undichten Abfluss im Spülbecken und André hat gestern Abend das Spülwasser vom siffigen Grill hier reingelassen. Kein Wunder, dass es so stinkt. Zum Glück haben wir es noch rechtzeitig bemerkt. Also wurde alles ausgebreitet, damit es zumindest schon mal trocknen kann. Das Problem ist eine kleine Schraube in der Spüle. Diese hat sich gelockert. Nachdem sie mit einem Centstück wieder festgedreht war, lief auch kein Wasser mehr nach unten durch… Normal ist das allerdings nicht.
Noch immer war es angenehm warm. Es dauerte ein ganzes Weilchen bis Mücken kamen und uns dann doch zur Flucht zwangen. Diese Mistviecher hatten wir jetzt ganz schön lange nicht mehr… Die Kälte und der Regen hatten also doch was Gutes :-D.
Am späten Abend drehte dann die Dorfjugend noch eine obligatorische Mopedrunde am Ende des Platzes. Laut Park4night scheinbar jeden Abend um ihr Revier zu markieren. Da wir aber Urlaub haben, ließen wir uns davon nicht stören und schliefen ziemlich schnell und gut.