Unser Sommerurlaub fällt dieses Jahr wieder mitten in die Sommerferien. Vom 9.-23- Juli haben wir 14 Tage frei… Doch was damit anstellen? Im letzten Corona-Sommer haben wir Süddeutschland bereist und neben ein paar richtig guten Geocaches die Landkreiskarte Deutschlands fast komplett vervollständigt… So richtig gefallen hat es uns da aber nicht. Gerade am Bodensee war es sehr voll und coronabedingt musste man alles vorbuchen… wir mögen es ja eher flexibel…
Bevor Corona ausbrach, stand für uns eigentlich fest, dass wir mit Tui-Mein Schiff nach Norwegen wollen… Das hatte sich coronabedingt nun erledigt. Auf blaue Reisen ohne bzw. maximal geführte Landgänge hatten wir keine Lust…
Ca. 3 Wochen vor dem Urlaub bekam ich eher durch Zufall die Info, dass Norwegen seine Grenzen für Touristen am 5. Juli öffnen will und Bekannte sich daher kurzentschlossen ein Wohnmobil gemietet haben. Abends erzählte ich André eigentlich eher beiläufig davon. So recht wollte er mir nicht glauben und recherchierte. Eine Urlaubsidee war geboren. Aber so kurzfristig noch ein Wohnmobil bekommen, speziell für die Sommerferien? Ich hielt es für ausgeschlossen. Andrés Eltern haben schließlich schon im November ewig nach einem Wohnmobil für Juni gesucht.
Wir durchsuchten das Internet und stießen auf S&E in Dortmund. Laut Internetseite sollen für den fraglichen Zeitraum noch 3 Mobile zur Verfügung stehen. Da nun Wochenende ist, konnten wir nicht mehr viel erreichen, fingen aber schon ein wenig an, uns etwas mit Wohnmobilurlaub in Norwegen auseinanderzusetzen.
Montag Morgen rief André dann direkt bei S&E an. Es stimmt, es gibt noch 3 Mobile. Schnell vereinbarte er einen Besichtigungstermin für den Nachmittag. Von den Bildern aus dem Internet haben wir uns eigentlich für den Bürstner Nexxo Van 590 entschieden. Zum Einen haben wir gelesen, dass 6m Länge eine magische Grenze für Fährfahrten und Brückenfahrten wäre, zum Anderen dachten wir, wenn das Bett hinten quer ist, hätten wir mehr Platz.

Bei der Besichtigung stellten wir dann aber fest, dass das Bett eigentlich viel zu hoch ist. Wir hätten beide nicht aufrecht sitzen können und hinein krabbeln wäre umständlich geworden. Zum Anderen ist der Bereich vor dem Bett an einer Seite mit hohen Schränken und an der anderen Seite mit der Badtür sehr beengt. Wir entschieden uns um. Unser zu Hause für 14 Tage sollte demnach der Bürstner Nexxo Van 569 werden. Das Auto ist zwar 21cm kürzer als das andere, aber durch die Aufteilung, mit dem Bett seitlich hinten, für uns deutlich geräumiger. Hier konnten wir auch bequem im Bett sitzen ohne uns den Kopf zu stoßen. Auch wenn das Bett nicht ganz so breit ist und am Fußende durch die leichte Abschrägung noch schmaler wird, haben wir beim Probeliegen kein so schlechtes Gefühl gehabt.

Es empfiehlt sich daher immer, das Auto vor dem Mieten genau zu begutachten. Der Vertrag wurde unterzeichnet und zur Sicherheit schlossen wir noch eine Zusatzversicherung ab. Egal welchen Beitrag wir im Netz gefunden haben, immer hieß es: sehr enge Straßen, lieber Klebeband mitnehmen, meistens trifft es einen Außenspiegel…
Nun stieg die Vorfreude, denn die eigentliche Schnapsidee wurde immer realer. Blieb nur zu hoffen, dass Norwegen die Grenzen wirklich öffnet.
Die nächsten Wochen nutzen wir nun nach Feierabend immer, um die grobe Route zu planen. Norwegen ist riesig. Was wollen wir also auf Jedenfall sehen, wirklich bis zum Nordkap hoch und dann ggf. immer im Streß oder doch im Süden bleiben und alles etwas ruhiger angehen lassen. Am liebsten hätten wir natürlich alles gesehen! Von der Entscheidung war dann auch abhängig ob mit der Fähre von Dänemark hoch oder über die Oeresund und Storebeltbrücke…
Nach reiflicher Überlegung hatten wir uns entschieden: Wir bleiben in Süd (Fjordnorwegen). Hauptziele waren Bergen, Stavanger, Preikestolen, Trolltunga, Geiranger, Trollstigen, Flam.
Damit stand auch fest, dass wir die Fähre von Dänemark nutzen wollen. Da die Grenzen noch geschlossen waren, warteten wir mit der Buchung aber erst bis zum. 5. Juli, als klar war, die Grenze ist wirklich geöffnet. Auch wenn es sehr kurzfristig war, hatten wir keinerlei Probleme noch ein freies Plätzchen zu bekommen. Ein weiteres Hindernis, weswegen wir uns für diesen Weg entschieden haben war, die Corona-Impfungen. André hatte zwar auch schon seine 2. Impfung bekommen, aber bis zur Einreise nach Norwegen sind die 14 Tage noch nicht vergangen. Norwegen hatte verschiedene Länder und Regionen anhand der dortigen Inzidenzen in grün, orange und rot geteilt. Durch orange und rot hätten wir nur ohne jegliche Stops einreisen dürfen. Schweden war rot und so war der Weg über das grüne Dänemark einfach sicherer.
An den Wochenenden übten wir das Wandern, um für den Preikestolen und die Trolltunga fit zu werden. In diesem Zusammenhang optimierten wir unsere Ausrüstung ein wenig. Es wurden neue Regencapes angeschafft, wir kauften Wanderstöcke (mit denen wir noch üben mussten), suchten nach neuen Wanderschuhen und Rucksäcken… So ganz erfolgreich waren wir in Anbetracht der kurzen Zeit dann allerdings nicht mehr.
Wir schrieben Packlisten, Einkaufslisten, liehen uns noch Campingtisch und Stühle und kauften spontan noch einen Lotus-Grill, obwohl wir nicht ganz schlau wurden, ob Grillen auf den Plätzen wohl erlaubt sein wird.
Durch die vielen Aufgaben rannte die Zeit förmlich und plötzlich war es schon die Woche der Abreise. Montags stand dann endlich fest, die Grenze ist geöffnet. Wir gingen auf die norwegische Seite von Fjordline (wir haben uns für die Schnellfähre entschieden, die wohl öfter mal ganz schön gut schaukelt) und kauften das Hinfahrtticket für fast 100 Euro weniger als wenn wir es über die deutsche Seite gebucht hätten. Man muss einfach wissen wie 😉 André buchte sogar die Lounge, für 15€ pro Person extra, dazu. So hatten wir gesicherte Sitzplätze und ein Essensbuffet und Getränke inklusive.
Die Planung und Organisation der größten Hindernisse war damit abgeschlossen und die Vorfreude schon riesig 🙂