Für heute wurde erneut herrliches Sommerwetter vorausgesagt. Da es uns gestern am Strand sehr gut gefallen hat, wollen wir auch heute noch einmal den Urlaub entspannt am Strand ausklingen lassen.
Bei der Wahl des Strandes zogen wir Google Maps zu Hilfe und entschieden uns für den Sjosanden Strand bei Mandal. Allerdings wollten wir dort erst im Laufe des Tages ankommen und müssen hoffen, dass es noch ein freies Plätzchen geben wird….
Bevor es aber zum Strand gehen sollte, wollten wir noch den Lindesnes Fyr, den ältesten und südlichsten Leuchtturm auf dem norwegischen Festland, besuchen.
Also verstauten wir alle Sachen wieder ordentlich im Wohnmobil und machten uns auf den Weg zum norwegischen Südkap. Teile der Strecke kannten wir schon, denn bis Lygndal blieben wir auf der E39, die wir ganz am Anfang bereits gefahren sind. Ab Lyngdal kämpften wir uns aber über kleine Bergstraßen bis Spangereid. Hier war es teilweise sehr kurvig und schmal und so waren wir froh, dass es noch sehr zeitig am Morgen war und außer uns noch nicht sehr viele Leute unterwegs waren.
Von Spangereid ging es dann noch einmal knapp 15 Minuten weiter bis zum Leuchtturm wo wir unser Wohnmobil auf einem großen Parkplatz abstellen konnten. Für knapp 10 Euro kann man hier 24 Stunden parken und so konnten wir noch einige andere Camper beim Frühstück und Morgen-Yoga beobachten.
Es lohnte sich außerdem am Parkautomaten auch direkt das Museumsticket mit zu lösen, da die Schlange am Eingang des Leuchtturms deutlich länger war.
Das Gelände um den Leuchtturm herum ist sehr weitläufig und man kann alles frei besichtigen. Es gibt verschiedene Ausstellungen, wie zum Beispiel die Wohnräume des alten Leuchtturmwärters, eine Ausstellung aller Leuchttürme Norwegens in den Höhlen unterhalb des Leuchtturm, ein Museum und natürlich den Leuchtturm selber.
Wir haben uns die Ausstellung aller Leuchttürme und natürlich den Leuchtturm selber angeschaut.
In den Höhlen war es deutlicher frischer und man musste stellenweise auf seinen Kopf aufpassen, dafür war es hier aber windgeschützt. So konnten wir in aller Ruhe einen Überblick über alle Leuchttürme Norwegens bekommen. Einen Favoriten konnten wir hierbei nicht ausmachen, obwohl es schon sehr interessant war zu sehen, wie viele Leuchttürme an der norwegischen Küste vorhanden sind.

Als wir die Höhlen verließen machten wir uns auf den Weg zu dem Lindesnes Fyr. Unterwegs mussten wir sehr aufpassen, dass wir nicht umgepustet werden. Obwohl die ganze Zeit die Sonne schien, wehte ein starker Wind und es war dadurch teilweise schon sehr unangenehm frisch.

Die Schlange vor dem Leuchtturm war zum Glück sehr kurz und wir ließen es uns nicht nehmen den Turm zu erklimmen. Allzu lange hielten wir es aber oben nicht aus. Der Wind blies einfach zu stark. Trotzdem konnten wir den Ausblick auf das umliegende Land und die Nordsee kurz genießen bevor wir wieder nach unten stiegen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Souvenirladen, wo wir aber nichts mehr kauften, ging es für uns zurück zu unserem Wohnmobil. Wir hofften stark, dass der Strand, den wir uns herausgesucht hatten, deutlich windgeschützter liegt.
Nach einer kurzen Softeispause in Spangereid fuhren wir wieder Richtung E39 und dann weiter nach Mandal.
Nach knapp 45 Minuten erreichten wir den Sjosanden Strand, mussten dann aber feststellen, dass der Strand zu einem Campingplatz gehört und alle Parkplätze davor schon belegt waren. Auch an der Straße sah es schlecht für uns aus. Wir folgten der Straße Richtung Sanum weiter und hatten schließlich 300m hinter einer Brücke Glück einen passenden Parkplatz zu ergattern. Wir entschieden uns deshalb direkt am kleineren Strand neben der Brücke zu bleiben. Hier war es dann zwar eher ein schmaler Fjord, dafür aber schön windgeschützt.

Allerdings war es auch hier schon ziemlich voll und so blieben wir auf dem Rasenstück direkt an einem Kanuverein. Den etwas härteren Untergrund tauschten wir gegen mehr Ruhe, denn am Sandstrand befanden sich einige Spielgeräte sowohl außerhalb wie auch innerhalb des Wassers. Alles aus Naturholz und vollkommen kostenfrei nutzbar. Ebenso steht etwas abseits ein kleines (sauberes!) Toilettenhäuschen. Demnach tobten dort einige Kinder, die an unserem Rasenstück weniger zu finden waren. Herrlich.

Nachdem wir uns ausgiebig erholt hatten, wollten wir noch so weit wie möglich Richtung Kristiansand fahren, um am nächsten morgen kein Problem mit der Fähre zu bekommen.
Wir hatten uns über Park4Night einen schönen Platz im Hafen von Hollen herausgesucht, den wir jetzt ansteuerten. Um unseren Urlaub bei solch einem schönen Wetter richtig ausklingen zu lassen, entschieden wir uns dafür am Abend noch einmal zu grillen.
Leider waren unsere Grillvorräte schon aufgebraucht und so hielten wir in Tangvall am Supermarkt an, um uns dort noch etwas zum Grillen zu kaufen. Wir entschieden uns für kleine Hähnchenspieße und waren echt erschrocken über den Preis. Allerdings gab es bisher immer nur Familienpackungen zu kaufen, sodass wir froh waren, überhaupt etwas zu finden und nahmen die 8 Euro daher dennoch in Kauf.

Wir fuhren noch die letzten Kilometer zum Hafen von Hollen. Dort waren wir etwas geschockt, denn der Platz war rammelvoll. Das schöne Wetter wurde von Einheimischen und Touristen genutzt, zumal es auch hier einen kleinen Strand mit Bademöglichkeit gibt. Was nun? Park4night hatte keine gescheite Alternative, denn jetzt hatten wir die Grillsachen ja auch gekauft… Wir entschieden uns zu warten…

Manchmal muss man einfach Glück haben! Es dauerte gerade einmal 10 Minuten bis ein perfekter Parkplatz für uns frei wurde. In der letzten Reihe zwischen anderen Reisemobilen. Dort störte unsere Überlänge nicht, denn wir konnten sie einfach „überhängen“ lassen. Das Bezahlen der Parkgebühren war dann noch einmal eine etwas nervige Angelegenheit, denn der Automat war scheinbar defekt. Weder deutsche noch norwegische Autokennzeichen wurden erkannt. Zum Glück gab es hier aber eine weitere Park-App, die wir dann schnell aus dem Playstore aufs Smartphone luden. So wurde erneut online bezahlt. Endlich können wir den letzten Abend einläuten :-).
Darf man hier wohl grillen? Das freie Stehen sind wir einfach nicht gewöhnt und haben uns mit den ganzen Regularien diesbezüglich wenig befasst. Ein kleiner Rundgang über die nahe Wiese brachte Erleuchtung. Nahezu jedes Wohnmobil hatte einen Grill aufgebaut und so zögerten wir nicht mehr weiter. Die wenige Holzkohle, die wir benötigen, bringt auch nur ein gaaaanz kleines Risiko von Funkenflug und zur absoluten Sicherheit haben wir ihn einfach wieder auf dem Fahrradständer etwas höher platziert.

Unsere sündhaft teuren Spieße schmeckten zum Glück sehr lecker und als Nachtisch gönnten wir uns im nahen Hafenkiosk noch ein letztes Softeis. Dieses war uns aber offenbar nicht mehr gegönnt. Obwohl wir keine Dippschokolade sondern Nüsse und Streusel als Topping wählte, floss das Eis mehr weg, als dass wir es in den Mund bekamen. Am Ende sahen wir aus wie kleine Schweine und auch die Möwen erfreuten sich an den vielen heruntergetropften Resten. Voll gemein!

Inzwischen wird es abends wieder recht zeitig dunkel und so konnten wir uns mit dem Vollmond bei Ebbe am Strand verabschieden. Schließlich heißt es morgen sehr sehr zeitig aufstehen…