Nach einer sehr ruhigen Nacht waren wir morgens endlich wieder erholt und so ging es auch ohne Wecker zeitig aus den Federn. Während des Frühstücks buchten wir noch unsere Rückfahrt-Fähre. Natürlich nutzten wir wieder die norwegische Seite und konnten dadurch einiges sparen. Um mehr zu sparen, wählten wir allerdings für 6 Uhr morgens. Zur späteren Fähre waren es immerhin über 100 Euro Unterschied.
Als wir nun abfahrbereit waren, lagen unsere Nachbarn noch in den Federn und wir revanchierten uns Krachtechnisch ein wenig für den Abend ;).
Das Tor war weiterhin geöffnet und so kamen wir problemlos zurück auf die Straße.
Nun ging es die wenigen Kilometer weiter nach Stavanger. Nach ein wenig Internetrecherche hatten wir einen Parkplatz direkt hinter dem Maritimmuseum etwas unterhalb der Altstadt gefunden. Hier waren noch Plätze frei und per Kreditkarte haben wir entspannt vor Ort am Parkscheinautomaten ein Ticket gezogen.
Jetzt konnte es auf Stadtbesichtigung gehen: Stavanger ist neben Oslo und Bergen die drittgrößte Stadt Norwegens und sogar die Stadt mit dem höchsten Anteil an bebautem Stadtgebiet. Sie erstreckt sich über das Festland und 16 bebauten Inseln.
Die Geschichte ist geprägt von vielen Krisen (Pest,Krieg, Brand) sodass man Ende des 17. Jahrhunders beschlossen hatte, die Stadt ganz niederzulegen.
Im 18. Jahrhundert erlebte sie dann aber einen Aufschwung (Fischfang, steigende Industriewirtschaft und Schifffahrt)
bis es dann in den 60er Jahren einen großen Ölfund gab. Heute gilt sie als Zentrum der Öl- und Erdgasindustrie Norwegens.
Unser Weg führte uns zunächst durch die Einkaufsstraßen. Gängige Modeketten sind hier alle vertreten, bieten aber die typisch norwegischen Preise. Da wir früh dran waren, hatten einige Geschäfte noch gar nicht geöffnet, sodass unser Geldbeutel zunächst verschont blieb.

Weiter ging es für uns zur Fargegaten. Eine kleine Straße mit vielen Cafés. Das Besondere an ihr ist, dass alle Holzhäuser in verschiedenen, teils schrillen, Farben bemalt wurden. Leider lieferte gerade ein LKW Getränke. Ein Warten brachte nicht viel, denn er fuhr von Geschäft zu Geschäft.

So entschieden wir uns, zunächst zum Valberget Aussichtspunkt zu gehen. Klar, es ging natürlich bergauf. Hier oben steht das Horve Denkmal, zur Erinnerung an den Admiral Thore Horve. Zudem gibt es einen Aussichtsturm. Dieser war jedoch geschlossen.
Wir gingen zurück zur Fargegaten und entdeckten auf dem Weg eine richtig geile Eisdiele. Allerdings hatte sie noch geschlossen. Auch der LKW lieferte noch fröhlich aus und so entschieden wir uns, das neue Stadtzentrum erst einmal hinter uns zu lassen.
Der Weg zur Altstadt (Gamle Stavanger) führte uns an der Domkirche vorbei. Diese wurde 1125 errichtet und ist die einzige mittelalterliche Kathedrale ursprünglicher Gestalt Norwegens. Leider konnten wir durch ein sehr großes Baugerüst davon nicht viel sehen… Es scheint heute nicht unser Glückstag zu sein… immerhin lockern die Wolken mehr und mehr auf und die Temperaturen klettern hoch auf Tshirt Wetter.

Auf dem Weg zur Altstadt entdeckten wir am Hafen ein geöffnetes Souvenirgeschäft. Dieses mussten wir natürlich ansteuern. In dem großen Laden wurden wir natürlich fündig und so dauerte es ein Weilchen, ehe wir gut bepackt die Altstadt ansteuerten.

Als nächstes versuchten wir nun unser Glück im Gamle Stavanger. Das Stadtbild der Altstadt ist von fast 200 weiß gestrichenen Holzhäusern geprägt. Hier gibt es einige lustige Museum, wie z.B. das Konservenmuseum. In Anbetracht des schönen Wetters ließen wir die Museumsbesichtigungen aber sausen…
Wieder zurück von der höher gelegenen Altstadt gingen wir fix am Parkplatz vorbei, die Einkäufe zu verstauen. Inzwischen sollte es spät genug sein, damit der LKW mit seinen Lieferungen fertig ist und so gingen wir erneut durch die Einkaufsstraße (dieses Mal mit mehr geöffneten Geschäften) zur Fargegaten.

Der LKW war zwar noch immer da, aber wir konnten nun endlich vernünftige Fotos machen. Juhuu! Das muss gefeiert werden und so ging es zielstrebig zur Eisdiele :D.
Mit dem Eis ging es erneut zum Aussichtspunkt auf den Berg. Dort gab es schattige Bänke und das Eis schmeckte hervorragend.
In der Sonne wurde uns tatsächlich zu warm und so entschieden wir uns, die Stadt bald zu verlassen. Wir schlenderten zurück zum Auto und steuerten die außerhalb liegenden 3 Schwerter am Berg an.

Die Sverd i fjell liegen außerhalb direkt an einem kleinen Sandstrand in einer geschützten Bucht. Durch das super gute Sommerwetter war hier natürlich jede Menge los und es war gar nicht so einfach, einen Parkplatz zu ergattern.
Das Denkmal erinnert an die Schlacht am Hafrsfjord. 872 wurde Harald Schönhaar am Ende der Schlacht zum ersten König Norwegens ernannt. Das Denkmal symbolisiert demnach die nationale Vereinigung Norwegens.
Durch die vielen Besucher am Strand bekamen auch wir Lust, uns einfach faul in die Sonne zu legen. Wir suchten nach einem etwas ruhiger gelegenen Strand und stießen dabei auf den Solastranden. Dieser 2,3 Kilometer lange Strand liegt etwa 20 Minuten südlich der Stadt recht nah am Flughafen.
Wir fanden schnell einen Parkplatz (kostenfrei!) und schmissen uns fix in die Badesachen.

Nun waren wir weit weg von Fjorden, Bergen und direkt an der Nordsee. Dementsprechend war es hier deutlich windiger als wir es den ganzen Urlaub über gespührt haben.
Es dauerte etwas länger, ehe wir ein halbwegs windgeschütztes und freies Fleckchen gefunden haben.
Nachdem wir uns ein paar Stunden haben braten lassen, machten wir uns auf den Rückweg zum Womo. Dort entschieden wir, lieber noch einmal etwas weiter ins Landesinnere zu fahren, als den Weg nach Süden an der Küste fortzusetzen. Zum Einen war es hier deutlich voller, was sich auch auf den Straßen bemerkbar machte. Die Norweger haben im Juli Ferien und lieben den Urlaub im eigenen Land… Zum anderen fehlten uns aber schon jetzt die hohen Berge im Hintergrund.
Wir fuhren also die E39 weiter nach Süden… Als wir allmählich keine Lust mehr hatten, suchten wir nach einem schönen ruhigen Stellplatz.
Über Park4night fanden wir südlich von Moi bei Skaland einen Parkplatz am See. Dieser hatte jedoch eine so abenteuerliche Zufahrt. Der Platz ist eher für Bullis und Kastenwagen zu erreichen.
Wir schauten noch einmal auf der Karte und entdeckten einen weiteren Platz. Dieser war perfekt. Sehr sehr selten fuhr ein Auto vorbei und wir konnten die Ruhe noch einmal genießen.

Zum Abendessen gab es heute mal wieder eine Konserve… die Vorräte wollen schließlich verbraucht werden. Sonst müssen wir sie zu Hause wieder unnötig schleppen ;).

Wir planten noch ein wenig den nächsten und leider schon letzten Urlaubstag und waren ganz überrascht, als es tatsächlich wieder dunkel wurde. Ganz schön ungewohnt nach fast 2 Wochen mit langen Dämmerungszeiten.