In den letzten Monaten haben wir viel recherchiert und uns eine grobe Route gesteckt. Nachdem wir im letzten Jahr eher im Süden Norwegens unterwegs waren, soll es in diesem Jahr bis zum Nordkap und über die Lofoten zurück gehen. Nach langen Überlegungen steht nun fest: Wir nehmen den schnelleren Landweg nach oben und lassen uns auf dem Rückweg etwas mehr Zeit…
Bereits im Frühjahr haben wir das Wohnmobil wieder bei S&E angemietet. Leider war die „Dose“ vom letzten Jahr für den Zeitraum bereits geblockt und so entschieden wir uns für eins, das eine Nummer größer ist: Ein Bürstner Delfin Harmony T660



Endlich ist der Countdown angebrochen…. Nur noch knapp zwei Wochen und wir können (endlich) mit den konkreteren Vorbereitungen starten:
-Einkaufen (da gehen die Meinungen auseinander, aber wir wollen im Urlaub Zeit sparen und nicht ständig die Zeit im Supermarkt verbringen). Demnach haben wir eine ordentliche Menge an Vorräten zusammen getragen. Erst einmal natürlich überwiegend haltbare Produkte wie Konserven, Nudeln, Getränke und Süßkram. Die Wohnung zu Hause füllte sich mit jedem Tag mehr und die Freude auf den Urlaub stieg mit dem immer größer werdenden Chaos weiter an.

Auch die ersten „normalen“ Urlaubsdinge fürs Campen wurden schon mal herausgelegt… dann trudelten WhatsApp Bilder von Freunden ein… diese waren gerade im Süden Schwedens unterwegs und berichteten von einer Elchsafari…. Aus Neugier schauten wir mal nach dem Standort und die Augen wurden größer… direkt an der E4 und damit voll auf unserem Weg. Das konnten wir nicht ignorieren und so wurde nach Öffnungszeiten und Einschränkungen gegoogelt. Auch die Freunde bestätigten, Fahrzeuge bis 7m (die haben wir exakt) dürfen selbst in den Park fahren. Fütterungszeit ist allerdings erst ab 16:30 Uhr. So würden wir also einen kompletten Urlaubstag verlieren… Es wurde hin und her überlegt und nach Rücksprache mit den Arbeitsgebern nahmen wir uns nun auch den Freitag noch frei. Eigentlich wollten wir das WoMo Donnerstag Nachmittag abholen, gemütlich einrichten und Freitag`s dann gegen Mittag starten… Gut, dann wird Donnerstag alles etwas schneller gepackt und abends einfach etwas länger gefahren…wird schon schief gehen…

Die letzte Woche bricht an: Das Chaos zu Hause wird perfekt…neben den ganzen Lebensmittelkisten stapeln sich nun auch nach und nach mehr Kisten mit Anziehsachen, Küchenutensilien (wir bekommen schließlich ein komplett leeres WoMo), Hygieneartikeln und einem großen Batzen Technik….natürlich mussten wir unsere Ausrüstung auch in diesem Jahr wieder kurzfristig für den Urlaub erweitern: Neu im Gepäck: EcoFlow (Tragbare Stromversorgung zum Autarken stehen), GoPro 9 (für mehr Bilder und Videos), faltbare Spülschüssel (damit der Grill gereinigt werden kann) und ein neues Handy (das alte wollte schlagartig nicht mehr)…
Erst die letzten zwei Tage wurden dann auch die frischen Lebensmittel wie Joghurts, Gemüse, Grillwurst usw., in den heimischen Kühlschrank gestopft. Die Vorfreude war riesig und die letzten Nächte konnten wir vor Aufregung gar nicht mehr richtig schlafen… Perfekte Voraussetzungen für einen vollgepackten Abreisetag 😉.
Es wurde Donnerstag… natürlich wurde nun ausgerechnet für heute ab 17 Uhr vor Starkregen und heftigen Gewittern gewarnt…. Aber eine ganz liebe Chefin und ein tolles Team haben es ermöglicht, spontan zwei Stündchen eher in den Urlaub zu starten… André saß noch mitten im Meeting als ich freudestrahlend durch die Wohnungstür kam.
Anstatt um 14:30 Uhr beim WoMo-Händler zu sein, schafften wir es nun schon um 13 Uhr die Übergabe zu machen…. Schon da stellten wir leider fest, dass der Zustand des Fahrzeugs (Erstzulassung im März, Kilometerstand unter 4000) nicht der allerbeste ist. Außen zieren schon einige Macken und Dellen den Lack und auch im Inneren löste sich bereits die Anzeige über dem Kühlschrank. Wir ließen selbstverständlich alles dokumentieren (so dachten wir zumindest) und fuhren heimwärts. Selbst dort hatten wir das große Glück noch einen guten Parkplatz mit kleinem Laufweg zu ergattern… die Breite des Fahrzeugs macht es schon etwas schwieriger…
Voller Motivation fing ich nun an, die ersten Kisten zum Auto zu schleppen und die Schränke zu füllen. André musste noch ein klein wenig arbeiten (der Arme 😉), aber auch in diesem Jahr bekamen wir durch meine Mutter Unterstützung.

Völlig überraschend waren wir nach weniger als 2 Stunden mit allem fertig (ja, wir waren vom Geschleppe schon gut ko) und hatten sogar noch völlig leere Schränke. Haben wir doch was Wichtiges vergessen? Mit so viel Platz haben wir irgendwie nicht gerechnet. Wir schauten uns noch einmal in der Wohnung um, sammelten hier und da noch ein paar Kleinigkeiten ein und erfreuten uns noch einmal einer frischen Dusche.
Nun ist es 16:40 Uhr und wir fahren ab 😊 Zwei Stunden eher als geplant… perfekt, denn unser Wunsch war es, an Hamburg vorbei zu kommen und vielleicht wird es dann heute nicht ganz so spät bis wir in den Federn liegen können.
Bereits auf dem Weg zur Autobahn spielte ich nun an dem Navi/Radio herum und schaffte es einfach nicht, einen Sender einzustellen. Die Navigation hingegen funktionierte super. FM Radio ging überhaupt nicht und DAB Radio auch mehr schlecht als recht… ok, dann hören wir die 1,5 Tage in Deutschland einfach auch schon Musik vom USB Stick… leider wurde auch dieser nicht erkannt. Also gut, dann greifen wir halt auf Android Auto oder Bluetooth zurück… schade, denn auch hier bekam ich keinerlei Verbindung bzw. für Bluetooth muss das Fahrzeug stehen.
Inzwischen waren wir knapp hinter Münster und André steuerte auf einen Rastplatz. Obwohl der Motor aus war, meinte das liebe Gerät, wir müssten stehen… witzfrei… es folgte also ein Anruf beim Vermieter. Mh, ja also versuchen sie es doch mal mit zurück setzen… gesagt getan… brachte aber auch nichts… zweiter Vorschlag, kommen Sie zurück ähh, nein, wir freuten uns wie Bolle über die gewonnene Zeit, die wir jetzt nicht damit wieder verlieren wollen… wie wäre es stattdessen mit einer Mietpreisminderung… naja, wir einigten uns mehr oder weniger und fuhren endlich weiter.
Das Navi zeigte kurz vor Bremen noch einen dicken Stau an und da wir neben dem Frühstück lediglich eine Laugenstange zum Mittag hatten, entschieden wir uns, noch vor dem Stau für eine Essenspause. Wir verließen in Holdorf die Autobahn und stellten beim Rangieren fest, dass nun auch die Rückfahrkamera ausfällt. Na klasse, es wird ja immer besser…
Mit mehrmaligem Zurücksetzten haben wir diese dann zumindest wieder ans Laufen gebracht und lassen seitdem artig die Finger vom Radio…
Unsere Pause endete und der Stau hatte sich aufgelöst. Perfekt! Ganz entspannt und völlig staufrei passierten wir Hamburg und den Elbtunnel dann gegen 21 Uhr.
Wir fuhren noch etwa ein halbes Stündchen weiter und wählten über Park4Night einen ruhigen Parkplatz nahe einer Therme in Kaltenkirchen. Der nahe offizielle Stellplatz sagte uns auch gar nicht zu, aber dieser Platz gefiel uns. Es standen nur wenige PKW dort und aus dem angrenzenden Park war Nichts zu hören… kurz danach gesellte sich dann noch ein Kastenwagen zu uns. Ein älteres Pärchen aus Cuxhafen, mit denen wir uns dann noch ordentlich verquatscht haben und gegen 22:30 folgte dann noch ein italienischer VW Bulli. Insgesamt also absolut ruhig…

Gegen 23 Uhr fielen wir dann auch extrem müde ins Bett. Nur Einschlafen konnten wir nicht sofort, denn es war einfach viel zu warm…

Sollte ich in den nächsten Tagen Langeweile haben, gibt es ja reichlich zu lesen.