Nachdem wir uns an den Regen gewöhnt hatten, schliefen wir recht schnell ein und hatten eine sehr ruhige Nacht.
Als der Wecker dann gegen halb Sieben klingelte, hörten wir schon wieder den prasselnden Regen. Mhh, solch ein Wetter hatten wir uns für den Urlaub nicht gewünscht. Wir checkten mal das Regenradar und das versprach auch für die Ankunft in Norwegen feuchtfröhlich zu werden. Au weia, Augen zu und durch.
Zuerst einmal machten wir uns etwas frisch, putzten die Zähne (im Sanitärgebäude) und frühstückten. Anschließend wurde das Stromkabel wieder eingerollt und es konnte weitergehen.
Noch hatten wir ca. 150 Kilometer und somit 1,5 Stunden Fahrt bis zum Fähranleger in Hirtshals vor uns.
Auf den Straßen war Nichts los, es gab links und rechts weiterhin wenig zu sehen und wir kamen gut voran.
Die Beschilderung in Hirtshals ist sehr gut und so fanden wir fix den richtigen Weg zum Check In der Fjordline Fähre nach Kristiansand. Direkt da vor hatten ein paar Motorradfahrer ihre Zelte am Straßenrand aufgebaut und waren gerade dabei, alles wieder abzubauen. Na, ob das so ein schöner ruhiger Schlafplatz war… ich weiß ja nicht.
Wir zahlten am Schalter noch schnell ein paar Euro nach und durften uns nun in der Reihe mit den LKWs anstellen. Immer mehr Wohnmobile, Kastenwagen und Wohnwagen gesellten sich zu uns.
Da es noch immer regnete, verzichteten wir auf einen größeren Spaziergang im Hafen und warteten im Auto ganz gespannt aufs Boarding. Nebenbei wurden die Wohnmobil und Kastenwagen-Fahrer genauestens beobachtet 😉 Einige waren noch dabei, hier und da ein wenig umzuräumen. Wir waren bisher mit unserer Ordnung sehr zufrieden und packten lediglich ein paar Sachen für die Fähre zusammen (Kamera, Regenjacke, Getränke, Ebooks).

Endlich ging es los. Ganz gespannt fuhren wir hinter einem anderen Wohnmobil her, auf die Fähre. Wir parkten den Anweisungen eines Mitarbeiters entsprechend ein. Insgesamt war das Beladen aber deutlich entspannter als wir es auf einigen Youtube Videos gesehen hatten. Ein Rückwärtsfahren blieb uns zum Glück auch erspart.
Wir versicherten uns noch einmal, dass die Gasflasche abgedreht war. Das Auto wurde abgeschlossen und wir verabschiedeten uns für die nächsten 2,5 Stunden. Hoffentlich passiert dem Auto hier unten so alleine Nichts 😉

Mit der Corona-Maske ging es die Treppen hinauf in den Passagierbereich. Wir konnten noch ein wenig beim Beladen zusehen. Motorräder werden mit Spanngurten festgemacht.
Im Passagierbereich machten wir uns nun erst einmal auf den Weg zur Lounge. Unser Ticket wurde überprüft und dann wurden uns feste Plätze (leider nicht am Fenster) zugewiesen. Auf Bildschirmen wurde ein Wlan Passwort eingeblendet und wir versorgten uns erst einmal mit Essen und Trinken. Hier hätte es auch das erste Softeis gegeben… wir wollten aber noch ein wenig warten 😉
Schon bald legte das Schiff ab. Trotz des Regens war es nicht so windig und so schaukelte das Schiff gar nicht so schlimm, wie befürchtet. Klar merkte man es schwanken und musste beim Gehen ein wenig breitbeiniger unterwegs sein, aber das gehört ja irgendwie auch dazu.

Irgendwann machten wir mal eine kleine Erkundungsrunde übers Schiff. Die Wartebereiche waren recht leer und wir hätten die Lounge eigentlich nicht zubuchen müssen. Es gibt einen kleinen Außenbereich. Natürlich mussten wir dahin. Es war ganz schön windig, aber wir sahen die Sonne. Juhuu! Vielleicht wird es wettertechnisch ja doch besser als angesagt?!

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher in den DutyFree Shop. Hier wurden schon einige Norwegen-Souvenirs angeboten. Wir hielten uns aber (noch) brav zurück.
Mit Lesen in der Lounge ging dann auch die restliche Zeit fix um und irgendwann ertönten die Lautsprecher, dass wir wieder zu den Fahrzeugen zurück kehren sollen.
Durchs Treppenhaus ging es nun zurück zum Auto. Dem ist zum Glück nichts passiert. Nur auf der Frontscheibe waren Reste vom salzigen Meerwasser zu sehen. Wir räumten alles wieder ein und warteten gespannt, bis wir als 2. Auto in Kristiansand vom Schiff durften.
Nun mussten wir uns allerdings erst einmal zum Coronatest anstellen. Alle, die noch nicht zweimal geimpft waren, was bei André aufgrund der fehlenden 14 Tage nach der Zweitimpfung nicht der Fall war, mussten hier negativ getestet werden. Für uns also noch einmal ein Nervenkitzel, denn sollte hier der Test plötzlich positiv anschlagen, ist der Urlaub beendet und wir haben die vielen Kilometer und die teure Fährfahrt umsonst gemacht.
Ein Nasenabstrich wurde abgenommen und es gab einen Zahlencode zum Ergebnis abrufen. Wir warteten und warteten gespannt. Nichts passierte… Nach einer gefühlten Ewigkeit war das Ergebnis offenbar da, konnte aber nicht abgerufen werden. Wir sprachen eine Mitarbeiterin an und erhielten einen neuen Code. Endlich konnten wir das Ergebnis abrufen. Klar, André war negativ. Eine Sorge weniger 🙂
Allerdings mussten wir nun warten bis alle Autos mit vollständig geimpften Insassen durch den Zoll eingereist sind. Erst dann wurde auch für uns die Schranke entfernt und wir durften offiziell über die Grenze einreisen. Insgesamt hat es vom Runterfahren des Schiffes bis hinter die Grenze 45 Minuten gedauert….und das, obwohl wir das 2. Mobil waren was vom Schiff runter konnte… blödes Corona… zum Glück haben wir jetzt Ruhe vor dir, denn in Norwegen gibt es keinerlei weitere Testpflicht und auch das Tragen der Maske wird nicht vorgeschrieben.
Wir bahnten uns den Weg aus dem Hafen heraus zur E39… Dieser wollten wir nun ein ganzes Stück folgen, denn unser erstes richtiges Ziel war der Preikestolen. Allerdings wussten wir, dass wir dort heute nicht mehr ankommen und hatten uns vorab für die erste Nacht schon einen Campingplatz ausgesucht. Den Kongeparken Campingplatz in Algard, direkt neben dem gleichnahmigen Freizeitpark (was uns bei der Planung irgendwie entgangen ist). Im Nachhinein war es Quatsch sich vorab einen Platz auszusuchen.
Auf der E39 nutzten wir die allererste Gelegenheit für eine kleine Pause. Wir mussten doch feiern das wir in Norwegen angekommen sind. Bei herrlichem Sonnenschein (es war Tshirt Wetter) standen wir nun an einem Aussichtspunkt an der E39, konnten auf den Fjord hinab blicken und es einfach genießen. Schon jetzt haben wir uns in Norwegen verliebt!

Wir fuhren heute noch etwas über 200 Kilometer auf der E39. Immer, wenn es uns irgendwo besonders gefiel und eine Haltemöglichkeit geboten war (meistens ja) hielten wir für ein paar Fotos und Eindrücke gewinnen an. Mit einer maximalen Höchstgeschwindgkeit von 80km/h ging es die kurivge, teils bergige Straße entlang. All der Streß der letzten Wochen und die Hektik irgendwann irgendwo sein zu müssen war auf einen Schlag vorbei! Hin und wieder wurden sogar kleine Strände ausgeschildert und wir hätten sogar hier und da einen Badestop am Fjord einlegen können.

Nach all den Fotostops, einigen Geocaches und Snackpausen kamen wir gegen 18:00 Uhr am Campingplatz in Alsgard an. Ein schöner großer Platz. Anfangs hörten wir noch, wenn der Freefalltower hinabstürzte, aber schon bald machte der Park zu. Dadurch kamen dann allerdings mehr Kinder auf den Platz und es war ein lebendiges Treiben. Gegenüber von unserem Platz gab es auch eine große Hüpfmatte, wo sich viele Kinder versammelten. Insgesamt war es dennoch sehr angenehm.

Wir packten Strom aus, zogen die Markise aus, stellten Tisch, Stühle und Grill auf und freuten uns auf unser erstes Abendessen in Norwegen.

Je später es wurde, desto voller wurde der Platz. Unser Nachbar, ein Wohnwagen mit Vorzelt und Tesla, hatte Schwierigkeiten noch genug Stromquellen zu finden. Wir halfen mit einer Verteilerdose ein wenig aus.
Als wir gerade mit dem Essen fertig waren, fing es ein wenig an zu regnen. Das nenne ich Timing. Wir machten den Grill wieder sauber (auf dem Platz gab es eine große Spülküche), spülten das Geschirr schnell weg und stöberten noch ein wenig in den Reiseführern.
Bald merkten wir, dass der Wecker heute zeitig geklingelt hatte und so gingen wir voller Erwartungen des nächsten Tages müde ins Bett.