Die Nacht war wirklich ruhig! Allerdings kam die Fähre von Estland gegen 5:30 Uhr zurück und schon kurze Zeit später begann eine ewig lange Schlange an LKW’s von der Fähre herunter zu fahren… Leider wurden sie ziemlich direkt hinter unserem WoMo hergeführt… Nach etwas mehr als einer halben Stunde war der erste Spuk dann aber vorbei und wir konnten noch ein wenig weiter schlafen.

Unsere Fähre nach Åland startete erst um 09:30 Uhr sodass wir bis 09:00 Uhr im Terminal „eingecheckt“ haben mussten. Das ganze Prozedere hat keine 5 Minuten gedauert und verlief komplett kontaktlos. Lediglich beim Boarding mussten wir neben unserem Ticket auch den Ausweis vorzeigen.
Das Fährschiff war für uns ein wenig unübersichtlich. Wir stiegen auf Deck 4 auf. Dort gibt es allerdings nur Kabinen. Ein Deck höher gab es dann einen Duty Free Shop und diverse Restaurants und Cafés. Wir wollten das herrliche Wetter nutzen und suchten uns den Weg zum Sonnendeck. Dort saßen wir gemütlich an einer Holz-Picknick-Garnitur. Der Platz war überraschend windstill und so konnten wir die Fahrt im T-shirt genießen. Einige andere Fährgäste nutzten die frühe Stunde bereits für alkoholische Getränke.

Bereits um 9:20 Uhr legten wir ab. Auf dem Sonnendeck spielte leise Musik und an einer kleinen Bühne baute eine 2 Mann-Band allmählich auf. Wir lasen und daddelten ein Weilchen bis die Band zu spielen begann. Da war es zum Lesen leider doch zu laut. Allerdings war die Musik ganz ok und die Musiker schafften es, bei allen Fährgästen für gute Laune zu sorgen.
Die ganze Überfahrt dauert ca. 2 Stunden und 15 Minuten. Zum Ende wunderten wir uns, warum immer wieder Leute nach vorne zu den Musikern gingen. Scheinbar wurde während der Überfahrt ein Musikrätsel gespielt, bei dem es etwas zu gewinnen gab. Für uns war es erstaunlich, wie viele Gäste mitgespielt haben.

Endlich legten wir auf Åland an. Schnell suchten wir uns den Weg vom Schiff hinunter. Direkt vorm Hafengebäude fahren zu bestimmten Zeiten kostenfreie Shuttlebusse ins Zentrum von Mariehamn und einige Reiseveranstalter bieten offenbar Tagesausflüge an. Wir versuchten dem Trubel zunächst zu entkommen.
Vom Hafen ging es für uns daher zunächst nach links zum ersten Cache. Dort trafen wir direkt einen anderen Cacher. Auf dem weiteren Weg ein wenig aus der Stadt heraus bestätigte sich unsere Vermutung vom Vorabend: Hier machen viele ein alkoholhaltiges Wochenende. Wir hofften einfach, dass die meisten aber bereits mit der Mittagsfähre abreisen wollen.

Demnach erklommen wir zunächst gefühlt den höchsten Berg der Stadt für einen Mysterycache. Auch wenn es ein wenig anstrengend war, so hatten wir hier absolute Ruhe in einem typisch schwedischen Waldstück mit vielen Felsen. Zudem konnten wir die Aussicht auf den Hafen genießen. Ein kleines Kreuzfahrtschiff und die „Pommern“ wurden von Weitem gesichtet. Die Pommern ist ein Viermaster, der inzwischen als Museumsschiff dient.

Bis zum ältesten Geocache des Landes waren es gut 3,5 Kilometer. Der Weg führte eher langweilig an einer wenig befahrenen Hauptstraße vorbei. Am Cache angekommen gab es einen Aussichtspunkt, der schon fast vollkommen von der Natur zurückerobert wurde. Wir kämpften uns durch hohe Gräser bis zu dem Holzgerüst, dass im Gegensatz zum Rest des Weges noch in einem sehr guten Zustand war. Die Aussicht konnten wir aber nicht genießen, stattdessen brachen etliche Mücken und diverse Zecken über uns ein und so versuchten wir, so schnell wie möglich wieder aus dem Waldstück heraus zu kommen.
Auf dem Rückweg legten wir noch einen Abstecher zu einem weiteren Cache ein. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Supermarkt vorbei. Natürlich mussten wir uns hier erst einmal ein Eis gönnen, bevor es weiter zum Cache ging. Erst dann machten wir uns auf den Weg ins Zentrum. Dieses Mal wählten wir aber nicht wieder die Hafenstraße, sondern schlenderten durch Wohngebiete.

Nach guten 9 Kilometern waren wir nun endlich im Zentrum angekommen. Die Einkaufsstraße ist eher klein und übersichtlich. Es gibt nur wenige Geschäfte, kaum Souvenirläden. Sonntagnachmittag hatten die meisten dann auch schon geschlossen. Uns war das aber egal. Wir fanden noch einen Eiswagen und freuten uns über unser erstes Softeis mit Dippschokolade.

Frisch gestärkt ging es nun auf eine weitere Sightseeingrunde ehe wir wieder zurück zum Schiff mussten.
Auch diesmal ging der Check-In ruck zuck. Jetzt mussten wir nicht einmal mehr unsere Ausweise vorzeigen.
Auf dem Schiff brauchten wir jetzt ein ruhigeres Plätzchen und fanden eine Art Ruheraum mit Flugzeugsitzen. Nicht das Bequemste, aber besser als wieder die Holzbank ohne Rückenlehne.

Müde vom vielen Laufen, versuchten wir ein wenig zu schlafen. Kurz bevor das Schiff wieder zurück in Kappelskär war, schauten wir noch einmal vom Außendeck auf die vielen kleinen vorgelagerten Inseln. Am Himmel zeigten sich erste dunkle Wolken und wir hofften, dass sie sich einen anderen Weg als wir suchen werden.

Zuletzt ging es dann zum Dutyfree Shop. Wie bekloppt wurde hier vor allem Alkohol eingekauft. Einige hatten deshalb extra kleine klappbare Sackkarren mitgebracht, andere füllten gleich ganze Einkaufswagen, die sie dann vom Schiff zum Auto brachten. Unglaublich.

Wir gingen (ohne etwas zu kaufen) zurück zum WoMo. Hier wurde schnell noch aufgeräumt und kurz mit dem neuen deutschen Nachbarn gequatscht. Dann aber ging es für uns weiter. Die nächste Nacht wollten wir wieder einsamer und ruhiger stehen.
Kurz vor dem Ort Uppsala entleerten wir noch kostenfrei unsere Chemietoilette auf einem normalen Autobahnparkplatz. Hier gab es extra eine Vorrichtung in den normalen Toilettenhäusern integriert.

Nach insgesamt 95 Kilometern erreichten wir dann gegen 22 Uhr unseren neuen Schlafplatz. Ein kleiner Parkplatz nahe der Altstadt von Uppsala, direkt an einer Badestelle im Fluss. Hier standen bereits 3 Wohnmobile und ein paar Jugendliche sprangen noch munter ins Wasser. Uns störte das nicht, denn es war definitiv ruhiger als die vielen LKWs an der Fähre. Als es dann am späten Abend noch ein wenig anfing zu regnen, waren alle ganz schnell weg und wir freuen uns auf eine sehr ruhige Nacht.
