
Heute Nacht muss es super ruhig gewesen sein, denn wir haben richtig gut geschlafen. Selbst das Ankommen der nächsten Autos haben wir nicht mitbekommen. Erst gegen 08:30 Uhr wird es langsam etwas lauter. Ein angrenzender Mini-Supermarkt eröffnet und der ein oder andere holt frische Brötchen. Inzwischen sind auch die 3 Wartereihen neben uns komplett gefüllt. Wartereihe 5 befindet sich schon etwas hinter dem größeren Platz und wird minütlich voller.
Habe ich schon mal erwähnt, dass unsere Entscheidung gestern Abend gold wert war? :-D.
Bis die Fähre fährt, haben wir nun noch ein bisschen Zeit… Erst einmal in Ruhe frühstücken :-).
Anschließend machen wir mal einen kleinen Spaziergang. Die Warteschlange geht inzwischen bis weit hinter das kleine Örtchen… Au man, die armen Anwohner. Ich wette, mindestens die Hälfte der Warteschlange wird nicht mitkommen können…

Wir gehen mal wieder zurück und nutzen die Zeit für Blogschreiben und Hausputz…
Gestern hatten wir wohl einiges an Sand unter den Schuhen. Während ich das Auto und die Trittstufe mal ganz entspannt reinige, bekomme ich Besuch.
Der Bergheimer Kastenwagen, den wir gestern schon an der anderen Fähre gesehen haben, steht offenbar ein paar Plätze vor uns in der Reihe. Dieses Mal haben wir ihn nicht gesehen. Witzig, die beiden haben gestern zwar die erste Fähre noch bekommen, haben aber das Chaos mitbekommen und sich auch entschieden, am Fähranleger zu übernachten. Wir quatschen ein ganzes Weilchen über unsere bisherige Urlaubstour, schließlich sind wir seit Schweden immer wieder gleichauf :-D. Wir erfuhren, dass einige, die vor uns in der Schlange übernachtet haben, gestern Abend noch auf die Fähre wollten und auch dort der Platz nicht mehr gereicht hat. Ein junges Pärchen, was nur mit dem Auto unterwegs ist, musste nun in diesem übernachten. Au man, die Armen.
Kurz darauf kommt noch ein absolut durchtrainierter Fahrradfahrer. Auf seiner gelben Warnweste leuchtet „Kondition statt Strom“. Ihn haben wir gestern schon an der ersten Fähre gesehen. Er ist vor 5 Wochen spontan in Deutschland losgefahren und befindet sich jetzt quasi auch auf dem Rückweg vom Nordkap. Respekt! Man sieht ihm an, dass er viel Fahrrad fährt, denn der normale Gang sieht ungewohnt und stacksig aus.
Schwupps ist die Zeit im Nu vergangen und die Fähre legt an. Es ist wirklich wieder ein recht kleines Schiff. Die arme Warteschlange hinter uns…
Bis alle abgeladen wurden, hat es schon gedauert, dass anschließende neubeladen dauert aber noch um einiges länger.
Da wir mit Reihe 1 ja ziemlich früh auf die Fähre durften, schauten wir uns das Spektakel heute mal vom Deck aus an. Wirklich jeder Zentimeter wird genutzt und so werden immer mal wieder kleinere PKW als Lückenfüller vorgelassen. Ein Wohnmobil durfte dann noch halb rauf, bis feststand, dass sie doch nicht passen und rückwärts wieder runter mussten. Das ist ungefähr genauso blöd, wie für uns gestern… Dieses Mal dann nur direkt 4 weitere Stunden warten.

Das Schiff legt fix ab, die Verspätung durch das ewige Einladen soll aufgeholt werden. Die Sonne scheint und es ist anfangs noch sehr angenehm an Deck. Nachdem wir dann aber aus dem Fjord hinaus fahren, gehen wir doch lieber unter Deck.
Wir sitzen noch nicht richtig und sprechen darüber, dass es bei dieser Fährfahrt hin und wieder zu Walsichtungen kommt, als ein einsamer Delfin direkt neben uns vorbei schwimmt. Witzig. Bis André zum Fotografieren wieder an Deck ist, ist der Delfin aber leider verschwunden und auch Wale gibt es heute keine zu sehen.
Nach 2 Stunden kommen wir nun auf Andoya an.

Hier ließen wir uns nun entspannt über die Landschaftsroute treiben. Immer, wenn es einen freien Parkplatz gab, hielten wir für ein paar schöne Fotos an.


Zwischendurch machten wir auch einen kleinen Spaziergang zu einem Mini-Leuchtturm. Am dazugehörigen Parkplatz gibt es nun ein neues Toilettenhäuschen. Hier hat man die Wahl, ob man eine offene oder milchglasige Scheibe hat und kann dementsprechend sein Geschäft mit schöner Aussicht auf die Landschaft verrichten. Die Norweger sind schon ein bisschen verrückt mit ihren Toiletten :-D.

Kurz hinter Sortland haben wir noch einmal an einer Tankstelle gehalten, um neues Frischwasser aufzufüllen und gleichzeitig mal wieder das Klo zu entsorgen…
Natürlich wurde das Ganze wieder einmal mit einem kleinen Softeis belohnt.
Für Entsorgen und Frischwasser soll man hier 50 NOK, also ca. 5 Euro bezahlen. Allerdings geben die Norweger als Bezahlmöglichkeit mal wieder ihr VIPPS System an… schade, wir Touristen haben keine Chance dieses zu nutzen. Sicherheitshalber gehen wir daher in die Tankstelle und wollen dort zahlen. Allerdings meinte der Angestellte, dass die Nutzung kostenfrei wäre… ob er uns wohl verstanden hat? Egal, wir haben guten Willen gezeigt und bedanken uns für kostenfreies Wasser. Auch die Bergheimer steuern die Station an… Mal schauen, wie oft wir uns noch begegnen :-D.
Wir fahren noch ein Weilchen über die wunderschöne Landschaftsroute bis wir ein Hüngerchen verspüren. Beim nächsten Fotostop schauen wir daher mal in die App nach einer guten Übernachtungsmöglichkeit, die etwas abseits der Hauptstraße liegt und finden einen netten Platz kurz hinter der Einfahrt zum Trollfjord nach Digermulen. Und wie wir so abbiegen und den Parkplatz ins Visier nehmen, steht dort schon ein anderes Fahrzeug… Unglaublich! Es ist der Bergheimer Kastenwagen :-D.
Die beiden finden es genauso witzig wie wir und so quatschen wir ein ganzes Weilchen, ehe es Draußen zu frisch wird. Über die inzwischen wieder aufgezogenen Wolken ärgern wir uns nicht, denn bei unserer Platzwahl haben wir mal wieder vergessen auf Berge zu achten, die uns die Sicht auf die Mitternachtssonne versperren. Dafür ist auf der Straße kaum ein Auto unterwegs. Direkt an der E10 wäre es mit Sicherheit viel lauter.
Die beiden wollen Morgen in den Trollfjord und eine Bootsfahrt machen. Damit müssten sich unsere Wege damit endgültig trennen. Eigentlich schade!
Nachdem wir dann doch endlich gegessen haben (heute gab es mal wieder eine schnelle Konserve), wurde noch fix gespült, alles verräumt und ein wenig geschrieben und gelesen, ehe die Äuglein immer müder wurden.
