Beim Aufwachen werden wir von einem strahlend blauen Himmel begrüßt und die Temperaturen sind schon jetzt angenehm warm.

Gegen 09:00 Uhr verabschieden wir uns von den Bergheimern und fahren zurück zur E10. Genau dort beginnt dann auch die Landschaftsroute „Lofoten“.
Sämtliche Parkbuchten stehen noch voll mit Übernachtern, dafür ist auf der Straße noch nicht ganz so viel los.
Die Landschaftsrouten haben den Vorteil, dass schöne Aussichtspunkte immer mit einem braunen Vekehrsschild angekündigt werden. So muss man sich nicht vorher genau ansehen, wo sich ein Anhalten besonders lohnt und kann schon während der Fahrt die tollen Ausblicke genießen.

Der erste so markierte Spot ist der „Austnesfjorden“. Der Parkplatz ist zwar recht groß, aber auch hier stehen noch viele Übernachter und ein französischer Reisebus blockiert den restlichen Parkplatz. Zum Glück finden wir noch ein kleines Schlupfloch.
Über einen kurzen Holzweg erreicht man die verschiedenen Aussichtspunkte. Mit den Bergen im Hintergrund sieht man auf einer vorgelagerten Halbinsel eine kleine Kapelle. Vor allem mit dem heutigen Sonnenschein ist der Anblick wirklich eine Augenweide. Zum Glück fährt der Bus bald weiter und so haben wir den Ort schnell für uns alleine. Herrlich :-).

Nachdem wir den Ausblick ein ganzes Weilchen genossen haben, ging es weiter. Unser nächstes Ziel ist Svolvaer, die Hauptstadt der Lofoten.
Kurz vorher kann man schon den Svolvaergeita erkennen. Dabei handelt es sich um einen Felsen mit Turm, dem zwei aberwitzige Hörner aufgesetzt sind. Nahezu alle Postkarten Sammlungen der Lofoten haben ihn abgebildet. Wer hinauf möchte, muss aber Klettern können…. Wir haben uns daher dagegen entschieden!
Außerdem startet hier auch der Wanderweg zum Djevelporten („Teufelstor“). Ein langezogener Fels wird in luftiger Höhe zwischen zwei anderen Felsen eingeklemmt, sodass es darunter wie ein Tor aussieht. Wer sich auf den Fels traut, bekommt ein ähnlich spektakuläres Foto wie beim Kjeragbolten. Allerdings haben wir uns durch die Berichte der Wegstrecke (viel Handeinsatz, 3,5 Kilometer und 650 Höhenmeter), doch gegen die Wanderung entschieden. Stattdessen wollten wir heute lieber zum Kvalvika Beach wandern… Dazu aber später mehr.

Denn jetzt sind wir erst einmal in Svolvaer. Einen Parkplatz fanden wir recht fix und von dort war es ins Hafenzentrum nicht weit. Allerdings war hier überraschend wenig los und es gab auch nicht so wirklich viele Geschäfte. Wir schlenderten dennoch ein Weilchen herum und sahen im Hafen die vielen Anbieter für verschiedene Bird-Safaris im Trollfjord. Berichte hierzu klingen eigentlich ganz spannend, aber wir hatten uns bei der Planung der Reise schon entschieden, einen Abstecher zur Vogelinsel nach Runde zu machen. Dort können wir dann nämlich individuell und im eigenen Tempo auf Vogelsuche gehen…

Nachdem wir von Svolvaer nun etwas enttäuscht waren, ging es auf der Landschaftsroute weiter. Kurz hinter Svolvear liegt noch vor dem Ort Kabelvag die „Vagan Kirche“. Auch hier auf dem Parkplatz haben wieder viele Wohnmobile übernachtet, was es erneut erschwert, einen Parkplatz zu finden. Da die Fahrer teils noch damit beschäftigt waren, ihre Scheiben zu putzen (das sollten wir auch öfter mal machen), haben wir einfach mal in 2. Reihe geparkt. Zum Fotos machen wirds schon gut gehen ;-). Der Eintritt kostet übrigens 4 Euro.
Bei der Vagan Kirche handelt es sich um eine 1898 errichtete Holzkirche, die die größte nördlich von Trondheim ist. In ihr ist Platz für bis zu 1200 Gottesdienstbesucher, weshalb sie auch liebevoll „Lofotenkathedrale“ genannt wird.
Schnell machen wir die Ausfahrt wieder frei und fahren auf der E10 bis zum Rörvikstranda. Bei dem Wetter kommen wir schon ein wenig in Versuchung, hier einfach an den Strand zugehen. Zumal das türkisfarbene Wasser einfach traumhaft aussieht. Allerdings gibt es auch hier schon jetzt ein großes Parkplatzproblem und so biegen wir ab nach Henningsvaer.
Henningsvaer ist ein kleines, urtürmlich wirkendes Fischerdorf, dass sich über zwei kleine vorgelagerte Inseln verteilt. Schon die Zufahrt ist recht schmal. Heute sind viel zu viele Autos unterwegs, sodass die Fahrt in den kleinen Ort ganz schön anstrengend wird. Überall, wo ein klein wenig Platz neben der Straße ist, wurde bereits geparkt. Wir ahnen, dass wir die Wanderung auf den Berg für einen fantastischen Ausblick auf das Örtchen, canceln müssen…
Langsam begreife ich, warum alle, mit denen wir bisher gesprochen haben, davon sprachen, dass die Lofoten voll sein sollen. Voll ist gar kein Ausdruck!
Irgendwie schaffen wir es aber mit der Autoschlange in den Ort hineinzukommen. Der etwas außerhalb liegende Parkplatz ist natürlich auch schon voll, aber mitten im Ort entdecken wir noch ein freies Plätzchen an der Kirche. Na bitte!

Von dort ist es nicht weit zum Ende der Insel. Dort befindet sich ein Fußballplatz. Nachdem er 2017 zu einem der Schönsten ernannt wurde, strömen die Touristen hier her… so auch wir. Der Platz wirkt lustig. Gefühlt nimmt er die gesamte ebene Fläche der Inselspitze ein. An den Seiten bleibt nicht mehr viel Platz. Es gibt noch nicht einmal eine Zuschauertribüne. Ein schmaler Weg führt über die Felsen, sodass wir von oben auf den ganzen Platz hinunter schauen können. André lässt die Drohne in die Luft. Zum Glück ist es heute nicht so windig, da gibt es hier keine Probleme.
Die Aufnahmen aus der Luft sind schon beeindruckend. Schade, dass wir die Wanderung nicht angehen können. Andererseits sparen wir uns so noch Kraft für Kvalvika Beach.

Vom Fußballplatz geht es nun für uns in das kleine Stadtzentrum. Hier gibt es sogar eine kleine Mini Fußgängerzone. Das schöne Wetter lockt viele nach Draußen und so sind auch die Cafés, Restaurants und Bars gut besucht. Kein Wunder, schließlich ist es ja auch Mittagszeit.
Wir bummeln durch einen Souvenirladen. Ein 1000 Teile Puzzle mit dem Motiv des Fußballplatzes soll tatsächlich 45 Euro kosten. Uff, nein danke. Da ist ja sogar ein eigenes Foto-Puzzle günstiger.
Stattdessen gönnen wir uns noch ein Softeis. Allerdings hat auch dieses einen saftigen Preis und wir zahlen für die zwei Eis fast 10 Euro… naja, lecker ist es trotzdem.
Anschließend schlendern wir zurück zum WoMo. Unterwegs gibt es noch ein paar Galerien und ein Fischer sitzt vor seinem Haus und wäscht irgendwelche Meeresalgen. Puh, das stinkt vielleicht.
Der Rückweg mit dem WoMo durch den Ort ist etwas entspannter, weil uns aktuell deutlich weniger Autos entgegen kommen. In Höhe der Fußgängerzone springt dann plötzlich eine Frau vor unser Auto. Die Bergheimerin :-D. Sie sahen das WoMo und dachten sich schon, hier können nur Deutsche durchfahren *ups, erwischt*. Tja, und unser Kennzeichen ist dann ja doch recht leicht zu merken :-D. Von wegen, unsere Wege trennen sich…
Von Henningsvear fahren wir nun ein ganzes Weilchen weiter über die E10. Unser nächstes Ziel soll nun schließlich Kvalvika Beach sein und google nennt eine ungefähre Fahrtzeit von 2 Stunden 45.

Da heute so herrliches Wetter ist, halten wir aber immer wieder an (sofern es freie Parkplätze gibt) und genießen einfach das Wetter. So kommen wir auch an Ramberg vorbei. Ein langer weißer Sandstrand lädt einfach nur zum Besuch ein. Wir fahren aber brav weiter.
Als wir dann an den Parkmöglichkeiten für Kvalvika Beach ankommen, die Ernüchterung. Es gibt keinen einzigen Parkplatz mehr für unsere Größe. Viele haben sich offenbar für mehrere Tage eingerichtet. Auch die Straßenränder sind teils abenteuerlich beparkt worden. Sogar die Startpunkte mit deutlich längerer Wegstrecke sind alle blockiert.
So entscheiden wir uns schweren Herzens, auch diese Wanderung fallen zu lassen. Dieses Jahr läuft das Wandern irgendwie nicht so richtig rund…. Um das schöne Wetter dennoch am Strand zu nutzen, fahren wir zurück nach Ramberg. Hier finden wir inzwischen sogar einen freien Platz und entspannen ein wenig vom trubeligen Tag. Das Wasser ist uns zum Schwimmen mit gerade einmal 10 Grad allerdings viel zu kalt.

Auf dem Weg zurück zum Auto fahren die Bergheimer wieder an uns vorbei. Ob wir uns heute auch wieder den gleichen Schlafplatz suchen?… Wer weiß… Auf Jedenfall wird es Zeit, sich darüber mal Gedanken zu machen.
Beim Blick auf die Karte und in die App suchen wir uns zwei mögliche Plätze abseits der Hauptstraßen heraus. Wir steuern den Ersten an. Dort gefällt es uns überhaupt nicht und auch die Wohnhäuser sind viel zu nah. Also umdrehen und Platz zwei ansteuern… Hier würden wir absolut schief stehen, auch Käse. Die Karte wird noch einmal genauer studiert und so nehmen wir einen größeren Abstecher in den Hafen von Sund in Kauf.
Als wir dort ankommen, stehen schon zwei andere WoMos und ein Auto da. Wir hoffen, dass sich das Auto bald verzieht, damit wir mit etwas mehr Abstand parken können. Bingo :-).

Nun wird bei einem leichten Fischgeruch der Grill angeworfen. Wir sind gerade mit allem fertig, da kommt auch schon das nächste Wohmobil und parkt ziemlich dicht neben uns. Na super. Und damit nicht genug, auf der anderen Seite werden wir kurzum genauso dicht beparkt. Der Abend wurde deutlich unruhiger, denn in beiden Fahrzeugen waren Großfamilien unterwegs. Auch sie wollten noch grillen und platzierten den Grill so, dass der ganze Rauch schön zu uns hinein zog. Vielen Dank dafür. Wir überlegten, ob es nicht doch noch eine ruhigere Alternative geben würde aber nachdem noch 3 andere WoMos erfolglos wieder abzogen, blieben wir lieber stehen. Die Lofoten sind einfach wirklich zu voll.
Inzwischen setzt ein leichter Regen ein und so wird es zumindest Draußen etwas ruhiger…Hoffentlich bekommen wir morgen noch einmal so schönes Wetter wie heute. Schließlich wollen wir doch die „Reinebringen“Wanderung machen. Alle guten Dinge sind ja drei, da sollte es mit dieser Wanderung dann endlich einmal klappen.
Der prasselnde Regen auf dem WoMo Dach wiegt uns nun schnell in den Schlaf.
